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pte20191008016 Unternehmen/Wirtschaft, Politik/Recht

Bei No-Deal-Brexit droht Schuldenexplosion

Laut IFS-Prognose Höchststand seit 50 Jahren - Ausgabenregelung ist Regierung offenbar egal


Brexit: Angst vor Schuldenexplosion wächst (Foto: unsplash.com, Fred Moon)
Brexit: Angst vor Schuldenexplosion wächst (Foto: unsplash.com, Fred Moon)

London (pte016/08.10.2019/12:30) - Ein No-Deal-Brexit würde die Schulden Großbritanniens auf den Höchststand seit 50 Jahren treiben. Laut einer Prognose des Institute for Fiscal Studies (IFS) http://www.ifs.org.uk würde selbst ein "relativ gutartiger" EU-Austritt ohne Abkommen die Schuldenaufnahme auf eine Summe von 100 Mrd. Pfund (ungefähr 111 Mrd. Euro) und damit die Schulden auf 90 Prozent des nationalen Einkommens steigern.

Regierung ignoriert Vorgaben

"Die Regierung treibt ohne einen verlässlichen finanzpolitischen Anker dahin", meint IFS-Direktor Paul Johnson. Ihm zufolge bricht die Regierung bereits ohne Einberechnung der Kosten eines möglichen No-Deal-Brexit die eigenen finanzpolitischen Vorhaben. Selbst ohne Brexit-Beben würde die Schuldenaufnahme im Jahr 2020 auf 50 Mrd. Pfund ansteigen.

Damit würde die Schuldennahme 2,3 Prozent des BIP erreichen. Laut momentanen Vorgaben der britischen Regierung dürfte die Schuldennahme aber zwei Prozent des BIP übersteigen. Das IFS zeigt sich besorgt darüber, dass die eigenen finanzpolitischen Regeln von der Regierung nicht ernst genommen werden, vor allem, weil in Großbritannien große finanzielle Unsicherheit aufgrund der kurz bevorstehenden Brexit-Entscheidung Ende Oktober herrscht.

Zwei Jahre Stagnation erwartet

Im Falle eines No-Deal-Brexit müsse die Regierung ihre Ausgaben massiv erhöhen, um das britische Wirtschaftswachstum kurzfristig zu retten. Doch selbst dann würde die Wirtschaft zumindest zwei Jahre lang stagnieren. Die daraus resultierenden Schulden sowie eine kleinere Wirtschaft würden auf Dauer für einen weiteren finanziellen Einbruch sorgen. Die Regierung müsse deswegen auf gezielte und temporäre Steuerkürzungen sowie Erhöhungen der Ausgaben setzen.

(Ende)
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