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pts20210412013 Umwelt/Energie, Medien/Kommunikation

Ausgeschlafen: Haselmaus klettert wieder durchs Geäst

Intensive Waldbewirtschaftung bedroht wertvolle Habitate


Kletterkunst im artenreichen, lichtdurchfluteten Mischwald (Foto: Birgit Rotter)
Kletterkunst im artenreichen, lichtdurchfluteten Mischwald (Foto: Birgit Rotter)

Wien (pts013/12.04.2021/10:20) - Felgaufschwung im artenreichen, lichtdurchfluteten Mischwald

Große Kulleraugen, rötlichbraunes Fell, rosa Füße und ein buschiges Schwänzchen, das als Kletterhilfe dient: Anfang April erwacht die Haselmaus aus ihrem mehrmonatigen Winterschlaf. Dem Charme der feingliedrigen Akrobatin, die nach der winterlichen Schlafphase nur rund 15 Gramm auf die Waage bringt, kann man sich nur schwer entziehen. Allerdings ist die Haselmaus nur selten zu erspähen. Denn das possierliche Tierchen, das eigentlich keine Maus, sondern die kleinste heimische Bilchart darstellt, ist eine bloß daumengroße, scheue Nachtschwärmerin - und abhängig von zunehmend bedrohten Lebensräumen:

"Die Haselmaus liebt stufig aufgebaute, gut durchsonnte Laub- und Laubmischwälder mit ausgeprägter Kraut- und Strauchschicht. Ebenso finden kann man sie in dichten Sträuchern von Waldrändern sowie in Heckenlandschaften im Grünraum, wo sie genügend Schutz, Nahrung und Material für ihre kugelförmigen Nester findet. Eine einseitige, intensive Forstwirtschaft gefährdet den Lebensraum der Haselmaus - hilfreich sind zielgerichtete Verjüngungsmaßnahmen zum Aufbau naturnaher Mischwälder sowie die Förderung von strukturreichen Waldrändern und vielfältigen Heckenlandschaften", erläutert Christian Fraissl, Waldexperte des Umweltdachverbandes.

Knospen, Nektar, Beeren, Nüsse: 4-Jahreszeiten-Menü des Waldes

Eine dichte Vernetzung der Vegetation ist zudem wichtig, damit sich der kleine Tarzan der heimischen Wälder ohne Bodenkontakt fortbewegen kann. Denn auf die Erde setzt die Haselmaus ihre Füße aus Furcht vor Füchsen und Mardern nur ungern. Ihre eigene Nahrung variiert je nach Jahreszeit. Im Frühling stehen junge Blätter und Knospen, zum Beispiel von Weißdorn, wenig später auch Blüten auf ihrem Speisezettel. Im Sommer ernährt sie sich vorzugsweise von Nektar und Pollen. Zudem verzehrt sie auch Spinnen, Raupen und Blattläuse oder Früchte wie Himbeeren, Brombeeren und Heckenkirschen. Im Herbst zählen Bucheckern, Eicheln und Haselnüsse zum Menü. Beginnen Letztere zu reifen, ist die Haselmaus nicht zu halten und verspeist ihre Favoriten direkt am Strauch, oft schon in grünem Zustand.

Die zurückbleibenden Schalen mit ganz typischen Fraßspuren sind oft das Einzige, was auf die Anwesenheit von Haselmäusen schließen lässt, denn in direkten Kontakt mit Menschen tritt die Kletterkünstlerin nur selten: Kurz nach Sonnenuntergang verlässt sie ihr Versteck in Gebüschen und Bäumen und balanciert auf der Suche nach Nahrung flink durchs Geäst. Wenn morgens die ersten Spaziergänger*innen auftauchen, hat sie sich bereits wieder zusammengerollt, den Schwanz wie einen Schal um den Körper gewickelt.

Weiterführender Hinweis:
Citizen-Science-Projekt "Blick ins Dickicht" - jetzt mitmachen: http://www.blickinsdickicht.at

(Ende)
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