pts20000824029 in Business
ARCS-Strategie: Global-Regional
Die ARCS planen für das Jahr 2001 die Strategie einer qualitativen Expansion
Alpbach (pts029/24.08.2000/12:37)
Die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) haben das Jahr 2001 zu ihrem "Jahr der Internationalisierung" erklärt. Die Seibersdorfer wollen mit ihren Lead-Projekten auch im Ausland reüssieren und wagen sich dabei in die USA, erklärte Prof. DI Günter Koch, wissenschaftlicher Leiter der ARCS anlässlich des Pressegespräches in Alpbach am 24.08.2000Das Flaggschiff unter den Auslands-Projekten wird die Einrichtung einer ersten Außenstelle an der PenState University in USA/Pennsylvania auf dem Gebiet der Mikrosystem-Anwendungen in der Pulvermetallurgie sein. Ergänzt wird dieses Engagement durch ein gemeinsames Projekt mit Stanford Research, Kalifornien, in Sachen "Prototypenentwicklung von Werkstoffen am Computer". Für den Start sind drei MitarbeiterInnen vorgesehen.
Nach den schwierigen Jahren der Sanierung und während des noch vor sich gehenden Prozesses der Integration der Wiener arsenal research sei es an der Zeit, so Günter Koch, mit der Courage eines Kolumbus und dem Know-how österreichischer Forscher visionäre Ufer zu betreten. Der durch die kürzlich von ARCS publizierte Wissensbilanz ermittelte Wettbewerbsvergleich zu anderen internationalen Forschungsunternehmen gibt Mut und Anlass, in den Hauptstandort der Technologieentwicklung, die USA, einerseits österreichische Technologie insbesondere auf dem Werkstoffsektor zu exportieren, andererseits für den Wettbewerb unabdingbares Wissen von dort abzuholen und zu Gunsten der österreichischen Zulieferindustrie zu importieren. Um der Neugründung von Anfang an einen Markteintritt zu verschaffen, hat der Werkstoffbereich der ARCS unter Leitung von Dr. Erich Kny bereits ein Memorandum zur Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Technologiekonzern "United Technologies" unterzeichnet.
Zurück ins eigene Land und dort in die österreichischen "Regionen": Hier planen die ARCS den offensiven Aufbau von Technologie-Partnerschaftseinrichtungen mit allen Bundesländern nach dem Muster des in Leoben/Steiermark schon sehr erfolgreichen und in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit der dortigen Universität betriebenen Transferzentrums. Ein weiteres vergleichbares Modell soll in NÖ gegründet werden
Ein zusätzliches NÖ-Projekt, das sich vor allem an die produzierende Industrie im Süden von Wien richtet, liegt derzeit der niederösterreichischen Landesregierung zur Entscheidung vor. Es handelt sich dabei um ein Projekt aus dem Gebiet der Pulvermetallurgie, des "Backens" von kleinsten Metallgegenständen aus Metallpulvern, das von Anfang an inhaltlich mit den oben beschriebenen US-Investitionen verknüpft ist und somit hohe Synergien erwarten lässt.
Durchgängige Grundüberlegung der ARCS ist es, mit Forschungs- und Beratungsstellen in den Bundesländern einerseits den Industriekunden näher zu kommen, andererseits aber auch die lokal gut verfügbaren fachlichen Ressourcen der Universitäten und Fachhochschulen zu nutzen. Diese Involvierung von gut gebildeten Hochschulabgängern wie sie derzeit schon in Wien, Graz, Wiener Neustadt, Linz, Ranshofen und Eisenstadt von den ARCS betrieben wird, stellt die eigentliche Essenz eines modernen, institutionenübergreifenden Wissensmanagements dar, dem sich die ARCS als österreichisches Pionierunternehmen verpflichtet haben.
Das USA-Engagement soll im übrigen nicht alleine auf den Bereich Werkstofftechnik beschränkt bleiben. Die ARCS untersuchen auch die Möglichkeit, in der Informatik und auf dem Gebiet der sogenannten Systemforschung intensive Kooperationen in USA zu gründen. Unter anderem wurde deshalb mit dem international höchst angesehenen Nobelpreisträger-Institut in Santa Fe eine Verbindung aufgebaut und deren zeitweise auch an der TU Wien tätiger Systemforscher Prof. John Casti als wissenschaftlicher Berater unter Vertrag genommen. Diese Zusammenarbeit wird durch eine am 28. September startende öffentliche Vorlesungsserie in Wien unter Castis Schirmherrschaft erstmals vorgestellt.
Die ARCS werden zukünftig ihre besondere Aufmerksamkeit auch auf die benachbarten Märkte im deutschsprachigen Ausland und längerfristig auch auf die Beitrittsländer im Osten richten müssen. Der Auslandsanteil der ARCS bezogen auf den Gesamtumsatz liegt heute schon bei über einem Viertel und es spricht laut Koch nichts dagegen, ihn im Lauf der nächsten fünf Jahre in Richtung 50% zu entwickeln.
Ein Beispiel für eine mögliche, grenzüberschreitende Zusammenarbeit könnte sich mit der Stadt Hof in Bayern ergeben. Der Bürgermeister dieser Stadt, die als "Sitz" der Virtuellen Hochschule Bayern eine Art Verbund der bayrischen Universitäten darstellt, hat die Überlegung an die ARCS herangetragen, mit einer Außenstelle zum Thema Software-Technologie den Kristallisationskern für eine Technologieoffensive in der Region Nordbayern/Vogtland-Thüringen zu bilden. In noch zu führenden Verhandlungen soll dieser Vorschlag, der für ARCS die Bedeutung eines Musterprojektes erlangen kann, konkretisiert werden.
Alles in allem sieht Koch für die angewandte Forschung eines relativ kleinen Landes wie Österreich, das über den Vorteil von Rohstoffen, wie Bildung, Wissen und Können verfügt, heute noch unerschlossene Chancen sowohl durch den Import von neuem Wissen auf den Gebieten Informatik und Biotechnologie, als auch durch den Export von solchen Technologien (Beispiel neue Werkstoffe), in denen Österreich zu den "Weltmeistern" gehört. Wenn es den ARCS gelingt, diese Chancen zu nutzen, werden sie einen Beitrag für die österreichische Volkswirtschaft in der Erschließung von internationalen Märkten leisten können. (Ende)
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