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pte19971010001 in Business

Archäologen untersuchen 5000 Jahre alte Fingerabdrücke

Einblicke in die Verwaltungsstruktur der Bronzezeit


Düsseldorf (pte) (pte001/10.10.1997/10:45)

In Tell Beydar, einem Wohnhügel nahe der Stadt Hassake in der syrischen Wüste, haben Archäologen hunderte von Tontafeln und Siegeln entdeckt. Auf ihnen konnten jetzt Fingerabdrücke gefunden werden. Sie sind so gut erhalten, daß sie eine Identifikation von Personen zulassen. Die Forscher erhoffen sich daraus Erkenntnisse über Organisationsstrukturen und Wanderbewegungen.

Gefunden wurden die Fingerabdrücke auf Siegeln an Türen und Pfosten von Vorratskammern, am Rand von Tontafeln, die als "Frachtpapiere" Lieferungen zwischen den Siedlungen Mesopotamiens begleiteten und auf Siegeln, die einst Amphoren und Getreidesäcke verschlossen. Auf mehr als 1.000 Scherben konnten der Düsseldorfer Archäologe Dr. Peter Pieper und sein Team Spuren von Menschen sichern, die vermutlich als Verwaltungsbeamte gearbeitet haben. Zehn Prozent der Abdrücke sind dabei so deutlich, daß eine genaue Identifikation möglich sein wird. Dr. Pieper erläutert: "Man kann auf Fragmenten von wenigen Zentimetern mehr als ein Dutzend typischer Merkmale erkennen. Sie sind so exakt auszuwerten, daß man mit diesen Merkmalen heute einen Täter in Deutschland ins Gefängnis bringen kann."

Für archäologische Bestimmungen reichen indes bereits fünf prägnante Merkmale, um Aussagen über Organisationsstrukturen innerhalb dieser Stadtkultur der frühen Bronzezeit zu machen. So könnte sich etwa herausstellen, daß nur eine Person siegeln durfte. Das läßt auf eine hohe Position dieses Beamten schließen. Wenn alle Fingerabdrücke aus Tell Beydar ausgewertet worden sind, hofft Pieper nähere Aussagen über die Verwaltungsstruktur machen zu können.

Begleitet wird das Düsseldorfer Projekt von einem Daktyloskopen, einem Kriminalbeamten, der Fachmann für die Auswertung von Fingerabdrücken ist. Ziel der Arbeit ist die Erstellung einer Computerdatenbank für historische Fingerabdrücke aus allen Jahrtausenden, um mit ihrer Hilfe neue Einblicke in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte zu bekommen. (Quelle: Peter Pieper) (Ende)
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