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pte20190708004 Computer/Telekommunikation, Produkte/Innovationen

App rettet Kultur australischer Ureinwohner

Nutzer können Wörter und deren Aussprache hinzufügen und so Sprache am Leben erhalten


Australischer Ureinwohner: App erhält Sprache (Foto: pixabay.com, itimlin)
Australischer Ureinwohner: App erhält Sprache (Foto: pixabay.com, itimlin)

Sydney/Groningen (pte004/08.07.2019/06:15) - Eine an der Macquarie University http://mq.edu.au entwickelte App zeichnet die Sprachen der australischen Ureinwohner auf und soll ihre Kulturen so am Leben erhalten. "Bei der Sprache geht es nicht nur um Kommunikation. Sie ist auch ein Speicher für Identität, Kultur, Geschichte, Tradition und Erinnerung", erläutert Bronwyn Carlson, Leiter des Instituts für indigene Studien an der Macquarie University.

Australische Version von Friesen-App

Die App wurde unter dem Projektnamen "COOEE" entwickelt. Der Name kommt von dem Wort "guu-wii" aus der Sprache des Stammes der Darug und bedeutet "Komm her". In die Anwendung können Native Speaker Wörter eintragen und Sprachaufnahmen hinzufügen, um deren Aussprache festzuhalten. Die "COOEE"-App enthält auch ein Spiel, bei dem Nutzer Bilder sehen, die sie verbal benennen müssen. Anhand der Aussprache erkennt die App, welchen Akzent der indigenen Sprachen ein Nutzer spricht. Den Forschern zufolge ist es wichtig, dass die Nachfahren von indigenen Völkern von der eigenen Gemeinschaft über ihre Sprache und Kultur lernen und nicht von Linguisten und Historikern.

Das Konzept der "COOEE"-App ist dabei nicht neu. Sie verwendet das gleiche Prinzip wie eine Anwendung der niederländischen Reichsuniversität Groningen http://rug.nl . Deren App "Stimmen fan Fryslân" hat das Ziel, die Sprache und Kultur der Friesen aufzuzeichnen, die sowohl in den Niederlanden als auch in Norddeutschland heimisch sind. Es gibt auf der App bereits 46.000 Audioaufnahmen von friesischen Native Speakern, was sie auch zu einer wichtigen Quelle für Linguisten und Kulturforscher macht.

Viele Sprachen vom Aussterben bedroht

Den Forschern der Macquarie University zufolge sind im digitalen Zeitalter Anwendungen wie die "COOEE"-App wichtig, um die Kultur von Randgruppen am Leben zu halten. Auch in vielen anderen Teilen der Welt müsse es Versionen dieser Anwendung geben. Von den etwa 6.700 lebenden Sprachen, die es auf der Welt gibt, seien an die 40 Prozent vom Aussterben bedroht. Die meisten davon würden von indigenen Völkern gesprochen.

Alleine in Australien gäbe es rund 150 indigene Sprachen. Bevor der Kontinent kolonisiert wurde, gab es dagegen schätzungsweise noch zwischen 300 und 700 Sprachen. Die Forschern wollen mit der App erreichen, dass die noch gesprochenen Sprachen nicht das gleiche Schicksal erleiden wie die vielen ausgestorbenen.



(Ende)
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