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pte20200210014 Medien/Kommunikation, Handel/Dienstleistungen

Amazon entnazifiziert seinen Bookstore

Rechtsextreme Bücher verbannt - Hakenkreuze aus eigens produzierten Werken entfernt


"The Man in the High Castle": Hakenkreuz aus Buch entfernt (Foto: amazon.com)

Seattle (pte014/10.02.2020/10:45) - Der E-Commerce-Riese Amazon verbannt Bücher von Nazis und Rechtsextremen sowie Darstellungen von Symbolen wie dem Hakenkreuz aus seinem Bookstore. Buchhändler, die zweifelhafte Waren über die Plattform anbieten, könnten dann ihren Account verlieren. Viele bei Amazon gelistete Unternehmen sind laut einem Bericht der "New York Times" darüber verärgert, weil der Konzern hierfür die Regeln nicht genau erklärt hat.

Hakenkreuz digital entfernt

"Amazon behält sich das Recht vor zu entscheiden, ob Inhalte akzeptabel sind", erklärt das Unternehmen einem Buchhändler. Unter anderem wurden in den vergangenen 18 Monaten zwei Bücher des früheren Ku-Klux-Klan-Anführers David Duke verbannt sowie mehrere Titel von George Lincoln Rockwell, dem Gründer der American Nazi Party.

Neben dem Bann gegen rechtsextreme Werke entfernt der Amazon Bookstore auch Hakenkreuze von seiner Plattform. In einem Buch über die von Amazon eigens produzierte TV-Serie "The Man in the High Castle", in der viele nationalsozialistische Symbole zu sehen sind, sind Hakenkreuze aus Bildern digital entfernt. Laut Amazon war dies eine freiwillige Entscheidung des Verlages.

Bücher landen in "Dog Pages"

Wird ein Buch aus dem Bookstore verbannt, finden Nutzer unter ihrem Titel lediglich ein Bild von einem Hund eines Amazon-Mitarbeiters. Solche Seiten werden von dem Unternehmen als "Dog Pages" bezeichnet. Nicht nur Nationalsozialismus ist für den Bookstore inakzeptabel. Auch ein antisemitisches Buch der Nation of Islam wurde kürzlich verbannt.

Buchhändler, die verbannte Werke in ihrem Verzeichnis eingetragen haben, erhalten eine automatische Warnung von Amazon. Wenn sie die betroffenen Bücher nicht aus dem Verzeichnis entfernen, droht die Löschung des Accounts. Der "New York Times" zufolge ist das ein Problem für viele Händler, da sie nicht genau wissen, welche Bücher Amazon nicht mehr toleriert.

(Ende)
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