Abgesagte Meetings oft Segen für Mitarbeiter
Viele Mitarbeiter nehmen dann überraschend euphorisch liegen gebliebene Vorhaben in Angriff
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Frau macht Pause: Gewonnene Zeit wird unterschiedlich genutzt (Foto: Kirill Averianov, pixabay.com) |
Newark/Columbus/Peking (pte004/25.03.2026/06:15)
Ein abgesagtes Meeting ist wie ein Geschenk. Mitarbeiter, denen solches widerfährt, freuen sich meist unbändig über die gewonnene Zeit. "Eine gewonnene Stunde fühlt sich länger an als 60 Minuten, und das sorgt für ein einzigartiges Gefühl", sagt Gabriela Tonietto von der Rutgers Business School.
Zeit-Management entscheidend
In der Geschäftswelt ist Zeit-Management ein entscheidender Faktor für die Produktivität, und für Tonietto ist diese Tatsache zu einem reichhaltigen Forschungsgebiet geworden. In ihren früheren Arbeiten hat sie die versteckten Kosten von übermäßiger Zeitplanung, Zeitmangel und die Vorteile von Nichtstun untersucht.
Die Fachfrau der Rutgers Business School hat mit Kollegen der Ohio State University, der University of Toronto und der Peking University ergründet, ob sich die auf diese Weise gewonnene Zeit, die die Expertin als "Windfall Time" bezeichnet, subjektiv länger anfühlt und ob dies die Art und Weise verändert, wie Menschen unerwartete freie Zeit nutzen.
Die Forscher haben hierzu Umfragen durchgeführt, um die psychologischen und verhaltensbezogenen Reaktionen auf gewonnene Zeit zu messen. Die Teilnehmer wurden an den Universitäten der Forscher sowie über Online-Plattformen rekrutiert. Mehr als 2.300 Personen nahmen teil. Die Teilnehmer mussten gewonnene Zeit mit anderer Freizeit gleicher Länge vergleichen. Für die Mehrheit fühlte sich eine gewonnene Stunde länger an als eine Stunde, die von vornherein frei war.
Freie Zeit wird anders verbracht
Anschließend haben die Forscher untersucht, wie Menschen diese unerwartete Zeit verbringen. Es zeigte sich, dass sie in der gewonnen Zeit zu längeren Aktivitäten entschlossen als in ohnehin freier Zeit. So nahm ein Büroangestellter in einer unerwartet freien Stunde eine 45-minütige Aufgabe in Angriff anstelle einer 30-minütigen, unter anderem weil ihm die zur Verfügung stehende Zeit reichlicher erschien.
Ein Kollege mit einer überraschenden Lücke im Terminkalender beschloss ins Café zu gehen, anstatt sich in der Kaffeeküche hastig ein Getränk zu holen. Die Erkenntnisse könnten Unternehmen dazu ermuntern, Zeitpläne zu entwerfen, die Flexibilität ermöglichen, ohne unbeabsichtigt Prokrastination (Aufschieben unangenehmer Aufgaben, oft aus Angst vor Versagen, Perfektionismus oder Überforderung) oder Zeitverschwendung zu fördern, so Tonietto.
Chefs sollten Meetings laut den Wissenschaftlern allerdings nicht mutwillig absagen. Das könne nach hinten losgehen und die Arbeitsleistung beeinträchtigen. Wenn das nächste Mal ein Meeting abgesagt wird, "nimm das Geschenk an und mach das Beste daraus", sagt Tonietto abschließend.
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