pts20000926025 in Business
98 Prozent der österreichischen Handy-User wollen flächendeckende Netzversorgung
FMK fordert rasches Inkrafttreten der Sendeanlagen-Verordnung
Wien (pts025/26.09.2000/12:15)
Im Zuge einer großangelegten Befragung von österreichischen Handy-Usern hat das Forum Mobilkommunikation gemeinsam mit dem Gallup-Institut erhoben, wie sich die Interessenslage der mittlerweile beachtlichen Anzahl von Mobil-Telefonierern tatsächlich darstellt, welche Prioritäten sie beim Einsatz des Handys setzen bzw. wie sie UMTS als Nachfolgetechnologie von GSM beurteilen. In den erhobenen Daten manifestiert sich ein klares Votum der User für eine flächendeckende Versorgung: Für 98 Prozent der Befragten ist die ständige Einsatzmöglichkeit ihres Handys wichtig - für 3/4 von ihnen sogar sehr wichtig.Ein klarer Auftrag an die Betreiber, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Dass dafür auch die entsprechenden rechtlichen Rahmen-bedingungen geschaffen werden müssen, dieser Meinung schlossen sich immerhin 83 Prozent der Befragten an. "Für das Forum Mobilkommunikation eine weitere Bestätigung dafür, den in Begutachtung befindlichen Entwurf für die neue Verordnung zu Grenzwerten für Sendeanlagen so rasch wie nur möglich umzusetzen", so FMK-Vorstandssprecher Dr. Lothar Roitner. Die neue Geschäftsführerin des FMK, Dr. Romana Steidl, sieht in den Ergebnissen überdies "einen klaren Auftrag, die - auch im Hinblick auf UMTS - bevorstehende Netzverdichtung durch eine weitere Intensivierung der Informationsaktivitäten zu begleiten".
1,1 Mio. österreichische Mobilfunkkunden erhielten im Laufe des vergangenen Sommers den "FMK-Handy-Knigge", der zu einem sozialverträglicheren Umgang mit Mobilfunktelefonen animieren sollte. Eine gute Gelegenheit für das FMK, der großen Anzahl an Handy-Usern auch einmal eine eigene Stimme zu verleihen und im Zuge des Knigge-Versands Meinung und tatsächliche Bedürfnislage der Handy-User zu erheben. Die Bereitschaft zur Teilnahme an der Befragung sollte durch ein Gewinnspiel erhöht werden, bei dem es Preise der "ganz anderen Art" zu gewinnen gab: Die Möglichkeit, den Begrüßungstext der Mailbox von seinem Lieblingssportler, -künstler oder -politiker besprechen zu lassen - und zwar vom bekannten Stimmenimitator Wolf Frank -, war immerhin für über 48.000 Handy-User so attraktiv, dass sie den Fragebogen ausgefüllt retournierten. Bei einer ersten Umfrage unter den 30 Gewinnern ist übrigens Reinhard Fendrich Favorit in der Publikumsgunst.
Vom Gallup-Institut wurde in der Folge eine repräsentative Stichprobe von 2500 Einsendungen ausgewertet, wobei folgende Ergebnisse ermittelt wurden: Für 76 Prozent der Befragten ist die flächendeckende Einsatzmöglichkeit sehr wichtig, weitere 22 Prozent plädieren für wichtig. In einer weiteren Frage wurde erhoben, wo die österreichischen Handy-User ihr Mobiltelefon nun tatsächlich benötigen: Für 95 Prozent der Befragten ist das Handy unterwegs ein unverzichtbarer Begleiter geworden, 61 Prozent wollen damit auch zu Hause telefonieren, 44 Prozent am Arbeitsplatz.
Die aus diesen beiden Ergebnissen resultierende Notwendigkeit einer Netzverdichtung bzw. eines Netzausbaus wird noch durch die Ergebnisse der dritten Frage unterstrichen, die die Einschätzung von UMTS betrifft. Immerhin 81 Prozent der Befragten sehen in dieser neuen Technologie interessante Perspektiven für sich - 47 Prozent geben an, das vielfältige Spektrum an neuen Möglichkeiten voraussichtlich nützen zu wollen, 34 Prozent sind sich hier sogar sicher. Damit ist aber auch die Schaffung der entsprechenden rechtlichen Rahmen eine unverzichtbare Notwendigkeit - umso mehr, als die repräsentative Auswahl der derzeit immerhin bereits 5,3 Millionen österreichischen Handy-User dieses Anliegen auch unterstützt: Denn 83 Prozent der Befragten plädieren dafür, dass von der Politik die erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen flächendeckenden Netzausbau geschaffen werden sollen.
Für Lothar Roitner einmal mehr ein Anlass, nochmals in Richtung der verantwortlichen Politiker zu appellieren: "Es geht nicht an, dass um Milliardenbeträge Handy-Lizenzen zur Versteigerung angeboten werden, deren tatsächliche Nutzbarkeit rechtlich gar nicht abgesichert ist. Das ist so, als ob man Ihnen ein Auto ohne Motor anbieten würde." Mit dem Verweis auf den vorliegenden Verordnungsentwurf zu Grenzwerten von Sendeanlagen, der sich an den Empfehlungen der anerkannten internationalen Institutionen WHO (Weltgesundheitsorganisation), ICNIRP (Internationale Strahlenschutzkommission) und EU orientiert und nun umgehend verabschiedet werden sollte, stellt Roitner die Rute ins Fenster: "Sonst müsste man eigentlich überlegen, in die Verträge einen Passus miteinzubeziehen, der die finanzielle Abgeltung der Lizenzen direkt an den Fortschritt des Netzausbaus koppelt. Damit lasten dann nämlich die finanziellen Auswirkungen bei rechtlichen Schwierigkeiten rund um Standorte nicht mehr ausschließlich auf den Schultern der Betreiber."
Für das FMK stellen die Umfrageergebnisse und die darin geforderte Sicherstellung der flächendecken-den Versorgung aber auch den klaren Handlungsauftrag dar, das schon bestehende Informationsangebot noch weiter auszubauen und die diesbezüglichen Aktivitäten auszudehnen. Steidl verweist in diesem Zusammenhang vor allem auf die aktuelle Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Gemeindebund, mit dem derzeit gemeinsame Maßnahmen entwickelt werden, um den Informationsfluss an die Kommu-nen noch besser und punktgenauer zu gestalten. Das komplette Maßnahmenpaket wird demnächst gemeinsam der Öffentlichkeit vorgestellt. "Aber auch für die Einführung von UMTS werden geeignete und vor allem groß angelegte Informationsmaßnahmen erforderlich sein, um die Notwendigkeit des damit verbundenen weiteren Netzausbaus für die Bevölkerung verständlich zu machen", kündigt Romana Steidl an. (Ende)
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| Tel.: | 01/5883938 |
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