pte20240710012 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Oxycodon: Hirnareal für Rückfälle identifiziert

Medikament Suvorexant ist laut Scripps Research bei stressbedingtem Suchtnachgeben wirksam


Opioide: Stress begünstigt Rückfälle signifikant (Foto: pixabay.com, Rigby40)
Opioide: Stress begünstigt Rückfälle signifikant (Foto: pixabay.com, Rigby40)

La Jolla (pte012/10.07.2024/10:30)

Forscher von Scripps Research haben einen Bereich des Gehirns identifiziert, der eine entscheidende Rolle bei einem durch Stress ausgelösten Oxycodon-Rückfall spielt. Diese Ergebnisse erklären, warum das Medikament Suvorexant so wirksam ist. Zuvor hatten die Forscher bereits nachgewiesen, dass es bei der oralen Einnahme die Rückfälle bei Alkohol und Oxycodon verringern kann. Laut dem Seniorautor Remi Martin-Fardon ist das Wissen um die beteiligten Gehirnregionen für die Entwicklung neuer Therapien von großer Bedeutung.

Orexin wird blockiert

Suvorexant blockiert die neuronale Signalchemikalie Orexin. Da sich diese jedoch auf vielfache Art und Weise auf das Gehirn auswirkt, wollen die Forscher wissen, welche Bereiche und molekularen Signalwege für die Wirkung von Suvorexant auf das Auftreten eines Rückfalls hat. Bei der aktuellen Studie haben sich die Experten auf opioidabhängige Ratten konzentriert, die gelernt hatten, einen Hebel zu betätigen, um an das Oxycodon zu gelangen.

Die Nager waren zu dem Zeitpunkt mindestens acht Tage lang abstinent. Die Forscher entwickelten ein System, durch das nur ein kleiner Bereich des Gehirns der Ratten mit Suvorexant in Kontakt kommt und nicht wie bei der oralen Einnahme das ganze Hirn. Bei dem Bereich handelt es sich um den Nucleus paraventricularis (pPVT), der zum Hypothalamus gehört. Dass dieser Bereich bei Stress, Essen und Trinken eine Rolle spielt, konnte bereits nachgewiesen werden.

Verabreichung im Hirn

Opioidabhängige Ratten, die Stress ausgesetzt wurden und Suvorexant über den pPVT erhielten, betätigten den das Opioid freisetzenden Hebel weniger als halb so oft wie die nicht behandelten Tiere. Damit konnte nachgewiesen werden, dass die Fähigkeit von Suvorexant einen Rückfall zu verhindern auf seine Wirkung auf die Signalgebung von Orexin im pPVT zurückzuführen ist. Auch wenn die Tiere statt Oxycodon gesüßte Kondensmilch erhielten oder wenn sie statt Stress wieder mit drogenassoziierten Reizen versorgt wurden, veränderte das Suvorexant im pPVT ihr Verhalten jedoch nicht.

Damit liegt nahe, dass ein stressbedingter Rückfall bei Oxycodon von anderen molekularen Treibern ausgelöst wird als bei einem stressbedingten Verlangen nach Zucker oder anderen Arten eines Oxycodon-Rückfalls. Das Team führt jetzt ähnliche Experimente bei Tiermodellen durch, um festzustellen, ob Suvorexant auch bei einer Alkoholabhängigkeit eine ähnliche Wirkung entfaltet. Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden im "Journal of Psychopharmacology" veröffentlicht.

(Ende)
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