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Kleines Molekül erschwert Krebsausbreitung

Alternative zu teurem und großem Antikörper - Immunsystem nimmt Kampf wieder effektiv auf


Darstellung einer T-Zelle: Alternative zu Antikörper identifiziert (Bild: english.tau.ac.il)
Darstellung einer T-Zelle: Alternative zu Antikörper identifiziert (Bild: english.tau.ac.il)

Tel Aviv/Lissabon (pte003/10.08.2022/06:10) -

Forscher der Universitäten Tel Aviv http://english.tau.ac.il und Lissabon http://ulisboa.pt/en haben gemeinsam ein kleines Molekül identifiziert und synthetisiert, das eine effektivere Alternative zu einem Antikörper sein könnte, der erfolgreich zur Behandlung einer Reihe von Krebsarten eingesetzt wird.

T-Zellen-Lähmung überwunden

T-Zellen exprimieren das Protein PD-1, das die eigene Aktivität der T-Zellen deaktiviert, wenn es an das in Krebszellen exprimierte Protein PD-L1 bindet. T-Zellen sind eigentlich da, um körperfremde Eindringlinge wie Krebsellen zu bekämpfen. Stattdessen werden sie durch Aktivitäten dieser Zelle gelähmt und damit daran gehindert, die Krebszellen anzugreifen. Tasuku Honjo, Medizinnobelpreisträger des Jahres 2018, löste das Problem, indem er Antikörper entwickelte, die entweder PD-1 oder PD-L1 neutralisieren, sodass die T-Zellen Krebs wieder effektiv bekämpfen.

Diese Antikörper sind bereits für den klinischen Einsatz zugelassen. Sie können die Immuntherapie signifikant verbessern, ohne dass schwere Nebenwirkungen wie bei der Behandlung durch eine Chemotherapie auftreten. Aber die Antikörper sind teuer in der Herstellung und daher nicht für alle Patienten verfügbar. Außerdem sind sie bei manchen Tumoren wirkungslos, da sie zu groß sind, um eindringen zu können, um weniger zugängliche und weniger exponierte Bereiche des Tumors zu erreichen.

Immunsystem an Aufgabe erinnert

Die Forscher haben jetzt eine kleinere, intelligentere Alternative zu diesen Antikörpern vorgestellt. "Die Postdoktorandin Rita Acúrcio begann mit tausenden von molekularen Strukturen, und durch die Verwendung von CADD-Modellen sowie Datenbanken die Liste der Kandidaten einzugrenzen, bis wir die beste Struktur erreicht haben", sagt Ronit Satchi-Fainaro, Leiterin des Zentrums für Krebsbiologieforschung sowie des Labors für Krebsforschung und Nanomedizin an der Sackler Faculty of Medicine in Tel Aviv.

"In der zweiten Phase konnten wir zeigen, dass das kleine Molekül das Tumorwachstum genauso effektiv steuert wie die Antikörper. Mit anderen Worten, wir haben ein Molekül entwickelt, das das Immunsystem daran erinnert, dass es den Krebs angreifen muss", ergänzt Ronit Satchi-Fainaro. Darüber hinaus habe das neue Molekül einige große Vorteile gegenüber der Antikörperbehandlung.

Da es sich bei dem Antikörper eher um ein biologisches als um ein synthetisches Molekül handle, erfordere die Herstellung eine komplexe Infrastruktur und beträchtliche Mittel, die etwa 200.000 Dollar pro Jahr und Patient kosteten. "Im Gegensatz dazu haben wir das kleine Molekül mit einfachen Geräten in kurzer Zeit und zu einem Bruchteil der Kosten synthetisiert. Ein weiterer Vorteil des kleinen Moleküls ist, dass Patienten es wahrscheinlich zu Hause oral einnehmen können, ohne dass eine intravenöse Verabreichung im Krankenhaus erforderlich ist", schließt Satchi-Fainaro.



(Ende)
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