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pte20211105013 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

"Killerspiele" machen Kids nicht gewalttätig

Strengere Reglementierung laut neuer wissenschaftlicher Untersuchung wohl nicht sinnvoll


Kleiner Gamer: Wird dadurch noch kein Killer (Foto: Kelly Sikkema, unsplash.com)
Kleiner Gamer: Wird dadurch noch kein Killer (Foto: Kelly Sikkema, unsplash.com)

London (pte013/05.11.2021/11:30) -

Wenn heute, Freitag, mit „Vanguard" der neueste Teil der „Call of Duty"-Reihe startet, werden unweigerlich wieder irgendwo „Killerspiel"-Rufe laut. Doch dafür gibt es keinen guten Grund, wie  eine Studie der Mikroökonomin Agne Suziedelyte an der City University London https://city.ac.uk zeigt. Denn gewalttätige Games machen Kinder demnach gar nicht im realen Leben gewaltbereit. „Regeln, die den Verkauf von Videospielen an Minderjährige einschränken, werden die Gewalt wahrscheinlich nicht reduzieren", urteilt die Studienautorin.

Games machen keine Gewalttäter

Ob nach Schulmassakern in den USA oder mit hoher Regelmäßigkeit hier in Deutschland: In der Öffentlichkeit werden gewalttätige Games wie Shooter oft als „Killerspiele" hingestellt, die für Gewalt durch Jugendliche verantwortlich sind. Um zu sehen, ob da wirklich etwas dran ist, konzentrierte sich Suziedelyte in ihrer Studie insbesondere auf US-Buben im Alter von acht bis 18 konzentriert – eine Gruppe also, bei der sehr gern ein Zusammenhang zwischen Games und realweltlicher Gewaltbereitschaft in den Raum gestellt wird. Dabei nutzte die Ökonomin wirtschaftliche Methoden, um zu klären, ob es einen plausiblen kausalen Zusammenhang gibt.

Suziedelyte fand dabei keine Belege dafür, dass es nach Erscheinen eines neuen gewalttätigen Games – wie eben heute „CoD: Vanguard" - zu mehr realweltlicher Gewalt gegen Menschen durch Minderjährige kommt. Allerdings berichteten Eltern, dass ihre Kinder nach dem Daddeln eher irgendetwas kaputt gemacht haben. „Insgesamt legt das nahe, dass gewalttätige Videospiele Kinder aufregen können, diese Erregung sich aber nicht in Gewalt gegen andere Menschen äußert", meint daher Suziedelyte.

Pufferzone Eigenheim

Das dürfte der Ökonomin zufolge damit zusammenhängen, dass normalerweise daheim gespielt wird, wo es kaum Potential für gewalttätige Auseinandersetzungen gibt. „Dieser Effekt ist besonders wichtig bei gewaltbereiten Jungen, die sich besonders von gewalttätigen Videospielen angezogen fühlen", sagt Suziedelyte. Also kommt sie in der im „Journal of Economic Behavior & Organization" veröffentlichten Studie zum Schluss, dass eine strengere Reglementierung von gewalttätigen Spielen nicht gegen realweltliche Gewalt helfen würde. 

(Ende)
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