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pte20210916002 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Facebook bei Israel-Gaza-Konflikt befangen

Oversight Board fordert umfassende Prüfung entsprechender Richtlinien und mehr Objektivität


Gewaltkonflikt in Gaza eskalierte im Mai 2021 (Foto: pixabay.com, hosny_salah)
Gewaltkonflikt in Gaza eskalierte im Mai 2021 (Foto: pixabay.com, hosny_salah)

Menlo Park (pte002/16.09.2021/06:05) -

Das Oversight Board http://oversightboard.com/">http://oversightboard.com, ein unabhängiges Kontrollorgan für Facebook und Instagram, befürchtet, dass die Inhaltsprüfung zum Israel-Gaza-Konflikt nicht ganz vorurteilsfrei verläuft. Um sicherzustellen, dass auf der Online-Plattform beide Konfliktparteien gleich behandelt werden, fordert das Gremium nun eine umfassende Prüfung der entsprechenden Richtlinien und Kontrollmaßnahmen. Ausschlaggebend hierfür war ein Posting eines ägyptischen Users im Mai 2021, das von Facebook fälschlicherweise gelöscht und nach heftiger Kritik mittlerweile wieder onlinegestellt wurde.

[b]"Haben Inhalt fälschlicherweise entfernt"[/b]

„Das Oversight Board stimmt der Entscheidung von Facebook zu, dass es richtig war, die ursprüngliche Löschung eines News-Postings über eine Gewaltandrohung vonseiten der Izz al-Din al-Qassam Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, zu widerrufen", heißt es in einer Stellungnahme des Kontrollorgans. Das soziale Online-Portal habe die entsprechende Meldung eigentlich aufgrund der Richtlinie zu gefährlichen Individuen und Organisationen entfernt. „Das Bord hat aber entscheiden, dass die Gefahr von Gewalt in der Offline-Welt durch die Löschung dieses Contents nicht reduziert wird", erklären die Experten.

„Das Oversight Board hat hier den Fall eines User-Postings geprüft, in dem der Inhalt einer verifizierten Al Jazeera-Seite geteilt worden ist", stellt Facebook seinerseits klar. Darin wurden ursprünglich Zitate eines Sprechers der Al-Qassam Brigaden wiedergegeben. „Nach der ersten Prüfung hat Facebook entschieden, die Meldung zu löschen, weil sie unsere Community-Richtlinien verletzt. Nach einer genaueren Kontrolle mussten wir aber feststellen, dass wir diesen Inhalt fälschlicherweise entfernt haben", wie die Verantwortlichen eingestehen.

[b]Einflussnahme von israelischer Regierung[/b]

Im Zuge der umfassenden Prüfung der Kontrollmaßnahmen, die Facebook anwendet, um ungeeignete Inhalte von den eigenen Seiten fernzuhalten, will das Oversight Board auch eine mögliche Einflussnahme der israelischen Regierung beleuchten. So will man etwa vom Online-Portal wissen, ob es offizielle oder inoffizielle Anfragen gegeben hat, um Content zu entfernen, der im April und Mai zu anhaltenden Gewalteskalationen zwischen Israelis und Palästinensern geführt haben soll.

(Ende)
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