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pte20210803003 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness

App warnt vor Gefahr eines Herzstillstands

Laut Forschungsprojekt der University of Michigan können tausende Leben gerettet werden


Neue App kann vor einem Herzstillstand schützen (Bild: rud0070, pixabay.com)
Neue App kann vor einem Herzstillstand schützen (Bild: rud0070, pixabay.com)

Ann Arbour (pte003/03.08.2021/06:10) - Eine neue Smartphone-App soll Risikopatienten vor einem plötzlichen Herzstillstand bewahren und im Ernstfall die sofortige Behandlung ermöglichen. "Damit können wir tausende Todesfälle verhindern", sagt Takahiro Nakashima von der University of Michigan http://umich.edu . Tatsächlich erleiden pro Jahr 356.000 Amerikaner einen Herzstillstand. Nur zehn Prozent davon können durch schnelle Hilfe gerettet werden.

KI und neuronales Netzwerk

Nakashima und sein Team haben eine KI mit einem neuronalen Netzwerk kombiniert, das die orts- sowie zeitabhängige Gefährdung sowie das Wetter berücksichtigt. Nach diesem System treten Herzstillstände am wahrscheinlichsten bei starken Temperaturabfällen auf. Gefährdete Personen sollten auch bei Sonn- und Montagen sowie an Feiertagen vorsichtig sein, raten Mediziner.

"Wir informieren Risikopatienten künftig per SMS über Hochrisikotage", so Nakashima. Studien hätten gezeigt, dass sinkende Temperaturen den Blutfluss reduzieren, weil sich dann die Gefäße verengen. Blutgerinnsel können die Zirkulation dann leichter unterbinden. Es sei bekannt, dass die Zahl der Herzinfarkte im Winter aufgrund dieses Phänomens steige.

Notfallwarnungen berücksichtigen

Die neue App öffnet die Tür zu "kardiovaskulären Notfallwarnungen" auf Geräten, die mit dem Internet verbunden sind. Laut Nakashima könnte sie auch Aufschluss darüber geben, wie bestimmte Gewohnheiten, wie die Art des Aufwärmens bei Temperaturanfall oder Abkühlen, wenn heißes Wetter im Anmarsch ist, Herzstillstände verhindern können.

Ältere Menschen werden per App daran erinnert, die Zeit im Freien zu begrenzen, sich angemessen zu kleiden, sich nicht zu überanstrengen, verschriebene Medikamente einzunehmen und auf Alkohol zu verzichten. Ambulanz- und Krankenhauspersonal könnten sich besser vorbereitem, wenn ein solches Frühwarnsystem eingeführt würde.

"Die Studie ist die erste, die die Inzidenz basierend auf meteorologischen und chronologischen Variablen mithilfe von maschinellem Lernen vorhersagt." Das Modell basiert auf hochauflösenden meteorologischen Tagesprognosen. Dass die Gefahr an Feiertagen größer ist, führen die Forscher auf steigenden Alkoholgenuss zurück. Zudem seien Risikogruppen dann nicht im Alltagsstress, ähnlich wie im Urlaub. Das Phänomen, dass es an diesen Tagen mehr Herzstillstände gibt als sonst, nennt sich Urlaubsherzsyndrom. Dass die Gefahr an Montagen größer ist, liege daran, dass die Rückkehr zur Arbeit mit Stress verbunden sei.

(Ende)
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Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
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