pte20201201003 Unternehmen/Wirtschaft, Bildung/Karriere

Bewerbung: Jugend schlägt oft Kompetenz

Anwärter in hohem Alter trotz Erfahrung übergangen - Erfahrung macht kaum Unterschied


Bewerbungsgespräch: Jugend wichtiger als Kompetenz (Foto: pixabay.com, styles66)
Bewerbungsgespräch: Jugend wichtiger als Kompetenz (Foto: pixabay.com, styles66)

Utrecht (pte003/01.12.2020/06:10) Europäische Arbeitgeber ignorieren oft die Bewerbungen älterer Jobanwärter - auch wenn diese mehr Erfahrung und Kompetenz vorweisen als ihre jüngeren Rivalen. Jugend ist vielmehr das entscheidende Kriterium. Altersdiskriminierung wird nicht von den Fähigkeiten der Kandidaten gestoppt und ist fast allgegenwärtig. Das ergibt eine Studie der Universität Utrecht http://uu.nl .

"Ungleichheiten bei Einstellung"

"Die Corona-Pandemie erhöht vor allem bei jungen Menschen die Arbeitslosigkeit. Jedoch kann es für sie aufgrund von Ungleichheiten bei Einstellungen leichter als für Ältere sein, einen neuen Job zu bekommen. Altersdiskriminierung zwingt ältere Menschen außerdem oft dazu, schlechte Arbeitsbedingungen zu akzeptieren", warnt Jelle Lössbroek, Koautor der Studie.

Für ihre Analyse haben die Forscher 482 Manager von Unternehmen aus neun europäischen Ländern herangezogen. Sie haben getestet, wie die Arbeitgeber auf Bewerbungen von Menschen im Alter zwischen 43 und 63 Jahren reagieren, ihnen aber nicht gesagt, dass es sich um eine Studie über Altersdiskriminierung handelt. Dabei hat sich gezeigt, dass großteils jüngere Bewerber den Vorzug erhalten, unabhängig von Erfahrung und Kompetenz.

Vorurteile gegen Ältere häufig

Lössbroek warnt davor, dass in Europa das durchschnittliche Pensionsalter in den vergangenen 20 Jahren um 2,5 Jahre gestiegen ist. Dieser Trend wird sich künftig fortsetzen, dennoch sind ältere Bewerber nicht selten mit Vorurteilen konfrontiert. Arbeitgeber befürchten, dass sie öfter krank und weniger produktiv sind. Jedoch neigen ältere Vorgesetzte weniger zu solchen stereotypen Vorstellungen. Deswegen bräuchten die für Einstellungen verantwortlichen Komitees mehr Diversität.

Die Forscher haben die Manager nach der Erhebung noch gefragt, ob sie sich vorstellen können, worüber die Studie handelt. Ein Drittel der Teilnehmer hat richtig geraten. Diese Arbeitgeber neigen deutlich weniger zur Altersdiskriminierung, was Lössbroek zufolge vor allem an sozialem Druck liegt. Wissen Unternehmen über die Problematik der unfairen Behandlung von Älteren Bescheid, wollen sie nicht im Verdacht stehen, diese Praxis zu betreiben.

(Ende)
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