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pte20200925001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Alkoholsucht: Gene beeinflussen Therapie

Wissenschaftler der Medical University of South Carolina arbeiten an personalisierter Behandlung


Alkoholkrankheit: personalisierte Therapie vielversprechend (Foto: musc.edu)
Alkoholkrankheit: personalisierte Therapie vielversprechend (Foto: musc.edu)

Charleston (pte001/25.09.2020/06:00) - Alkoholiker könnten künftig noch besser behandelt werden, wenn ihre genetische Disposition mit in eine medikamentöse Therapie einbezogen wird. Zu dem Schluss kommen Forscher der Medical University of South Carolina http://web.musc.edu . Allein in den USA leiden derzeit 20 Mio. Menschen an einer Alkoholkrankheit. Von jenen, die sich in Behandlung begeben, erhalten nur 20 Prozent Medikamente. Sie werden entweder alleine oder zusätzlich zur Beratung verschrieben.

Erkrankung des Gehirns

Laut den Forschern reichen einige einfache Gentests zur Identifizierung von nur drei Hirngenen aus, um Vorhersagen zu treffen, welche Patienten am meisten von dem Medikament Naltrexon profitieren. In früheren Studien wurde bereits nachgewiesen, dass die Behandlung der Alkoholkrankheit mit Medikamenten, die bei spezifischen Gehirnchemikalien wirksam sind, die Zahl der Rückfälle bis zu ein Drittel verringert.

Naltrexon zielt mit dem Mu-Opioidrezeptor auf ein einzelnes Protein im Gehirn ab. Wird er entweder durch eine intern produzierte oder extern zugeführte opioid-ähnliche Chemikalie aktiviert, signalisiert der Mu-Opioidrezeptor eine positive Erfahrung. Das Trinken von Alkohol setzt im Gehirn natürliche Opiate frei, die den Rezeptor aktivieren. Naltrexon blockiert den Mu-Opioidrezeptor, um die Belohnung und das Vergnügen zu verhindern, die mit dem Trinken von Alkohol einhergehen. Das Medikament kann sogar das Verlangen nach Alkohol verringern.

Weitere Tests notwendig

Das produzierte Protein im Gehirn ist bei jedem Patienten anders. Für die aktuelle Studie haben die Forscher den Einfluss einer kleinen Genvariation analysiert, die zu einem geringfügigen Unterschied in der Struktur dieses Proteins führt. Dieser Unterschied beeinflusse nicht, wie Menschen in normalen Situationen handeln. Er verursache jedoch einen feinen Unterschied, wie sehr der Mu-Opioidrezeptor beim Konsum von Alkohol aktiviert wird. Eine Variation führt zur stärkeren Reaktion als andere. Die Forscher gingen somit davon aus, dass dieser feine Unterschied in der Gehirnchemie einen Einfluss darauf haben könnte, wie gut Naltrexon bei Patienten wirkt.

Rasch war jedoch klar, dass die Variation bei diesem einen Gen nicht vollständig vorhersagt, wie gut ein Patient auf das Medikament anspricht. Auch gäbe es einen Hinweis darauf, dass der Unterschied in der Gensequenz des Mu-Opioidrezeptors relevant ist. Es handle sich dabei jedoch um keinen starkten Prädiktor. "Naltrexon zielt auf diesen spezifischen Mu-Opioidrezeptor ab. Wir sind daher davon ausgegangen, dass andere Gehirnchemikalien, die den Rezeptor beeinflussen, auch beeinflussen dürften, wie das Medikament wirkt", heißt es in der Studie.

Auch Dopamin untersucht

Bei Dopamin handelt es sich um ein weiteres System mit Belohnung und Vergnügen im Gehirn, das häufig mit dem Opioidsystem interagiert. Daher könnte die vorhandene Menge an Dopamin den Mu-Opioidrezeptor und damit die Wirksamkeit von Naltrexon beeinflussen. Die Forscher untersuchten zwei Gene, die die Dopaminmenge im Gehirn kontrollieren. Wie der Mu-Opioidrezeptor können diese Dopamin verarbeitenden Gene über kleine spezifische Variationen verfügen, die zu feinen Unterschieden bei der Stärke der Signalisierung von Belohung oder Vergnügen nach dem Alkoholkonsum führen, meinen die Wissenschaftler.

In einer klinischen Studie wurden 146 Alkoholkranke mit Behandlungswunsch genotypisiert. Einer ungefähr gleichen Anzahl von Teilnehmern wurden nach dem Zufallsprinzip entweder Naltrexon oder ein Blindpräparat verabreicht. Während den 16 Wochen der Laufzeit berichteten die Patienten, wie viel sie jeden Tag tranken. Eine Verringerung der Tage mit Komatrinken, definiert mit fünf oder mehr Getränken bei Männern und vier oder mehr Getränken bei Frauen, während dieser Zeit wurde als positive Auswirkung der Medikation bewertet. Nur Patienten mit bestimmten Kombinationen von Genvariationen tranken bei der Einnahme des Medikaments konsistent weniger. Details stehen in "Alcoholism: Clinical and Experimental Research".

(Ende)
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