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pte20200526001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Eltern bleiben bei Kinderkrebs eher zusammen

Bevölkerungsdaten aus Dänemark ausgewertet - Auch weitere Familienplanung unbeeinflusst


CT-Wegweiser: Familien bleiben oft erhalten (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)
CT-Wegweiser: Familien bleiben oft erhalten (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)

Kopenhagen (pte001/26.05.2020/06:00) - Ein Kind mit Krebs zu haben, beeinflusst laut einer Studie des Danish Cancer Society Research Center http://cancer.dk/research das Trennungs- oder Scheidungsrisiko der Eltern und auch die weitere Familienplanung nicht. Kinderkrebs kann bei den Eltern aber Angstgefühle und Unsicherheit auslösen und sie vor viele praktische Herausforderungen mit der Pflege und mit der Arbeit in Zusammenhang stehenden Verpflichtungen stellen.

Register ausgewertet

Um die Auswirkung von Kinderkrebs auf die Beziehung der Eltern zu beurteilen, hat das Team um Luzius Mader Daten diverser dänischer Register ausgewertet. Dafür wurden Infos zu Eltern von Krebspatienten aus den Jahren 1982 bis 2014 von 7.066 Kindern und 12.418 Elternteilen analysiert und mit einer Kontrollgruppe aus 69.993 Kindern und ihren 125.014 Eltern verglichen. Die Eltern wurden bis zehn Jahre nach der Diagnose, Trennung oder Scheidung, Tod, Auswanderung oder Ende 2017 begleitet.

Insgesamt verfügten Eltern von Kindern mit Krebs über ein um vier Prozent niedrigeres Trennungsrisiko. Auch das Risiko einer Scheidung war um acht Prozent geringer als bei Eltern von Kindern ohne Krebs. Bei Eltern von Krebspatienten war das Risiko einer Trennung und Scheidung bei jenen erhöht, die jünger waren, über weniger Bildung verfügten und arbeitslos waren. Die Risiken waren auch bei Eltern erhöht, bei deren Kindern die Krebsdiagnose in einem jüngeren Alter gestellt wurde.

Offene Kommunikation

Die Forscher haben auch untersucht, wie die Krebsdiagnose bei einem Kind die Entscheidung für ein weiteres beeinflusste. Sie erwarteten, das Eltern mit einem krebskranken Kind weniger Kinder haben und dass sie eine weitere Schwangerschaft verschieben würden. Das war jedoch nicht der Fall. Die Erfahrung von Kinderkrebs wirkte sich zumindest in Dänemark nicht negativ auf die Familienplanung aus.

Laut Mader sollten Gesundheitsdienstleister offen mit Eltern kommunizieren. Unterstützung sollte bei Bedarf angeboten werden, um das Leben der Familien langfristig zu verbessern. "Derzeit sind die Hilfsleistungen für Eltern großteils auf die Behandlung des Kindes im Krankenhaus und kommunale Organisationen beschränkt. Allgemeinere Hilfsangebote wie Eheberatung sind gut zugänglich. Es fehlt jedoch häufig an einem speziellen Hilfsangebot nach der Behandlung der Kinder." Details wurden in "Cancer" veröffentlicht.

(Ende)
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