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pte20200217015 Unternehmen/Wirtschaft, Handel/Dienstleistungen

USA-China-Deal ruiniert deutsche Exporteure

Handelsumlenkungen schmälern Güterexporte in die Volksrepublik um fast 4,5 Mrd. Dollar


Container China-USA: Deutsche Exporteure leiden (Bild: AbsolutVision/pixabay.de)
Container China-USA: Deutsche Exporteure leiden (Bild: AbsolutVision/pixabay.de)

Kiel (pte015/17.02.2020/13:56) - Nicht nur das Coronavirus, sondern auch das erst seit Kurzem in Kraft getretene Phase-I-Handelsabkommen zwischen den USA und China schadet vielen deutschen Exporteuren. Denn dadurch bedingte Handelsumlenkungen schmälern die Güterexporte nach China im kommenden Jahr um fast 4,5 Mrd. Dollar, wie aktuelle Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel) http://ifw-kiel.de zeigen. Insbesondere die Bereiche Fahrzeuge, Flugzeuge und Industriemaschinen sind demnach betroffen.

Nachteile für die Chinesen

"Das Handelsabkommen zwischen den USA und China bringt zum einen Nachteile für die Chinesen, die sich einseitig zum Import von US-Gütern im Wert von rund 200 Mrd. Dollar verpflichten und dadurch auf Produkte aus anderen Ländern verzichten, die sie bislang bevorzugten. Zum anderen bringt es Nachteile für die übrigen Handelspartner Chinas, deren Importe nun durch US-Produkte verdrängt werden und die in erheblichem Maße Marktanteile in China verlieren", sagt IfW-Kiel-Präsident Gabriel Felbermayr.

China verpflichtet sich zum Import von US-Produkten aus den Branchen Agrar, Energie und Verarbeitendes Gewerbe. Laut Felbermayr und IfW-Kiel-Handelsexpertin Sonali Chowdhry verlieren vor allem auch deutsche Exporteure. Beim Verarbeitenden Gewerbe ist Deutschland international am stärksten negativ betroffen und dürfte 2020 Güter im Wert von 4,3 Mrd. Dollar weniger nach China exportieren, verglichen mit einem Szenario ohne Handelskrieg und ohne Phase-I-Deal. Dies trifft vor allem die Bereiche Fahrzeuge (minus 1,3 Mrd. Dollar), Flugzeuge (minus 1,6 Mrd. Dollar) und Industriemaschinen (minus 0,7 Mrd. Dollar).

Coronavirus tut sein Übriges

"Sollte das Wirtschaftswachstum Chinas geringer ausfallen, als in den Simulationen des Instituts angenommen, zum Beispiel aufgrund der Coronavirus-Krise, würden die für Drittstaaten schädlichen Handelsumlenkungseffekte noch stärker ausfallen, denn das Abkommen verpflichtet China auf feste zusätzliche Importvolumen, die nicht von der heimischen Nachfrage abhängen", heißt es in der globalen Markteinschätzung aus Kiel.

Details sind nachzulesen im "Kiel Policy Brief" unter dem Titel "Das USA-China-Handelsabkommen und seine Auswirkungen auf die wichtigsten Handelspartner Chinas": http://bit.ly/2SNblVA

(Ende)
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