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pte20200124016 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Forscher entwickeln Impfstoff für Pflanzen

Entdeckung könnte den Einsatz chemischer Pestizide in der Landwirtschaft verringern


Rapsfeld: Immunsystem von Pflanzen impfbar (Foto: pixabay.com, Hans)
Rapsfeld: Immunsystem von Pflanzen impfbar (Foto: pixabay.com, Hans)

Münster (pte016/24.01.2020/13:52) - Pflanzen reagieren auf schädliche externe Einflüsse wie Pilze mit einer Stimulierung ihres Immunsystems, wie Forscher der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) http://uni-muenster.de herausgefunden haben. Sie arbeiten bereits daran, ein Immunstimulans für Pflanzen zu entwickeln, um den Einsatz chemischer Pestizide in der Landwirtschaft zu verringern. Details wurden im "Journal of the American Chemical Society" veröffentlicht.

Chitosan als Schlüssel

Ähnlich wie Menschen und Tiere haben auch Pflanzen eine Art Immunsystem. Sie können zum Beispiel krank machende Pilze am Chitin in den Pilzzellwänden erkennen und erfolgreich abwehren. Manche Pilze verstecken sich vor dem Immunsystem, indem sie einige der Chitin-Bausteine modifizieren: es entsteht Chitosan. Das Immunsystem der Pflanzen antwortet demnach auf das ganz bestimmte Muster in diesem Chitosan mit einer Stimulierung.

Chitosane sind Polysaccharide, sogenannte Vielfachzucker, und es sind die wahrscheinlich vielfältigsten und vielversprechendsten funktionellen Biopolymere. Sie machen Pflanzen gegen Krankheiten resistent, fördern ihr Wachstum und schützen sie vor Hitze- oder Trockenstress. Chitosan-Verbände heilen großflächige Wunden, Nanopartikel aus Chitosan transportieren Medikamente über die Blut-Hirn-Schranke und ersetzen als antimikrobielle und immunstimulierende Futtermittel-Zusatzstoffe Antibiotika in der Tiermast.

(Ende)
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