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pte20181108004 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Krebs: Individuelle Immuntherapie rettet Leben

US-Wissenschaftler versprechen deutlich weniger Nebenwirkungen und kürzere Therapien

UCI-Forscher Weian Zhao bei der Arbeit im Labor (Foto: Steve Zylius, uci.edu)
UCI-Forscher Weian Zhao bei der Arbeit im Labor (Foto: Steve Zylius, uci.edu)

Irvine (pte004/08.11.2018/06:15) - Forscher der University of California (UCI) http://uci.edu haben eine neue Methode entwickelt, mit der in relativ kurzer Zeit besonders effektive Immuntherapien für Krebspatienten realisiert werden sollen, die zu 100 Prozent auf die jeweilige Person zugeschnitten sind. Damit soll es zu deutlich weniger Nebeneffekten wie etwa bei einer Standard-Chemotherapie kommen und auch der Zeitraum, in dem die Therapie durchgeführt werden muss, soll sich drastisch verkürzen.

Screening-System für T-Zellen

"Dieser Ansatz ist vor allem deshalb so spannend, weil sich dadurch gleich mehrere zentrale Herausforderungen bei der Krebstherapie lösen lassen", erklärt Weian Zhao, Associate Professor im Bereich Pharmaceutical Sciences an der UCI. Eine davon sei das Auftreten ernsthafter systemischer Nebenwirkungen. "Traditionelle Methoden wie eine klassische Chemotherapie bieten im Wesentlichen nur eine Einheitsgröße als Antwort auf eine Krebserkrankung an. Die Medikamente, die dabei zum Einsatz kommen, lösen bei den Patienten meist viele unschöne Nebeneffekte aus, weil sie nicht auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind", erläutert der Forscher.

Um das zu ändern, hat Zhao gemeinsam mit Nobelpreisträger David Baltimore vom California Institute of Technology http://caltech.edu ein neues Screening-System entwickelt, das es erlaubt, die Rezeptoren von T-Zellen mit einer 100-prozentigen Spezifität für individuelle Tumore zu identifizieren. "Im menschlichen Immunsystem verfügen T-Zellen über Moleküle, die bestimmte Antigene an der Oberfläche von Krebszellen binden können. Zur Behandlung eines Tumors muss man genau wissen, welche Rezeptormoleküle gegen spezifische Antigene arbeiten", so Zhao.

Millionen von Möglichkeiten

Das Problem dabei: die Rezeptoren dieser T-Zellen können so unterschiedlich sein, dass es Hunderte von Millionen an verschiedenen Molekülen geben kann. "Für das Finden einer effektiven Immuntherapie muss man deshalb aus Millionen verschiedener Möglichkeiten die richtigen Moleküle finden. Das kann bis zu einem Jahr dauern - eine Zeit, die viele Krebspatienten nicht haben - und pro Behandlung eine halbe Mio. Dollar oder mehr kosten", schildert der Experte.

Durch die Verwendung winziger Öl-Wasser-Tropfen ist es Zhaos Team gelungen, einen Weg zu finden, diesen Prozess enorm zu beschleunigen. "Wir können nun individuelle T-Zellen dazu bringen, sich in einem mikroskopischen Behälter mit Flüssigkeit mit Krebszellen zu verbinden. Dadurch sehen wir schon innerhalb von wenigen Tagen, welche Antigene wir aussortieren können", stellt der Forscher klar. Über eine Kooperation mit dem USI-Start-up Amberstone Biosciences http://amberstonebio.com soll die neue Methode bereits in wenigen Monaten für Pharmafirmen zur Herstellung neuer Medikamente verfügbar sein, hofft Zhao.

(Ende)
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