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pte20180822009 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Artenreiche Wälder sollen Klimakollaps aufhalten

Aufnahme von deutlich mehr CO2 aus der Atmosphäre nachgewiesen


Eine der untersuchten Parzellen im subtropischen Südosten Chinas (Foto: uzh.ch)
Eine der untersuchten Parzellen im subtropischen Südosten Chinas (Foto: uzh.ch)

Zürich (pte009/22.08.2018/10:30) - Würden statt Monokulturen artenreiche Wälder gepflanzt, könnte mehr CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen und effektiver gegen die Klimaerwärmung vorgegangen werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Zürich http://uzh.ch in ihrer aktuellen Studie. Denn: Bewaldete Ökosysteme seien elementar für das klimatische Gleichgewicht, was Länder wie China bereits erkannt hätten.

China als Vorreiter

Die Experten haben einen umfassenden Datensatz aus 27 Waldparzellen in der Provinz Zhejiang im subtropischen Südosten von China über sechs Jahre zusammengetragen. Den Wissenschaftlern zufolge nehmen Wälder als Teil des globalen Kohlenstoffkreislaufes etwa 45 Prozent des Kohlenstoffs aus der Umwelt auf und binden es über lange Zeit in Form von Biomasse und im Boden. Gleichzeitig können Bäume auch kurzfristig Kohlenstoff aufnehmen oder freisetzen.

Die Forscher haben die Menge des langfristig eingelagerten Kohlenstoffes (C-Stock) wie auch den kurzfristigen Kohlenstoffaustausch (C-Flux) analysiert. Die Waldparzellen unterschieden sich in der jeweiligen Anzahl von drei bis 20 Baumarten pro Parzelle sowie im Alter der Bäume (22 bis 116 Jahre). Ergebnis: Die bisherigen Aufforstungen in China haben bereits einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Anstiegs von Kohlendioxid in der Atmosphäre geleistet.

Ältere Bäume von Vorteil

"Allerdings hat sich China in seinem Programm auf Monokulturen beschränkt. Wir wollten untersuchen, ob verschiedene Baumarten mehr Kohlenstoff kompensieren als nur eine einzige Baumart", so Forscher Bernhard Schmid. Bei zunehmender Artenvielfalt werde auch mehr Kohlenstoff ober- und unterirdisch in Stämmen, Wurzeln, Totholz, Moder und Boden gespeichert

Hochrechnungen haben ergeben, dass mit jeder zusätzlichen Baumart auf einer Parzelle 6,4 Prozent mehr Kohlenstoff kompensiert werden kann. Ältere Bäume akkumulierten zudem mehr Kohlenstoff als jüngere. "Hochgerechnet auf ganz China, hätten mit artenreichen Aufforstungen von zehn verschiedenen Baumarten anstelle der bisherigen Monokulturen in der Zeitspanne von 1977 bis 2008 zusätzlicher Kohlenstoff im Wert von 300 Mio. Dollar pro Jahr aus der Atmosphäre gebunden werden können", verdeutlicht Schmid abschließend.

(Ende)
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