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13.12.2018 - 13:31 | pressetext.redaktion
13.12.2018 - 11:35 | Fachhochschule St. Pölten
13.12.2018 - 06:05 | pressetext.redaktion
pte20180313025 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie

USA: Toilettenwasser schmeckt besser als gedacht

Wissenschaftler realisieren aufwendige Versuchsreihe mit 143 Probanden

Kläranlage: Ursprung genießbaren Wassers (Foto: pixelio.de/Karl-Heinz Laube)
Kläranlage: Ursprung genießbaren Wassers (Foto: pixelio.de/Karl-Heinz Laube)

Riverside (pte025/13.03.2018/12:30) - Recyceltes Wasser kommt bei US-Verbrauchern besser an als normales Leitungswasser. Das haben Forscher der University of California Riverside http://ucr.edu in einer Studie mit 143 Teilnehmern herausgefunden. Verglichen wurden in einem Geschmackstest in Flaschen abgefülltes Trinkwasser, Leitungswasser und behandeltes Abwasser, welches wieder dem Trinkwassersystem zugeführt wurde. "Der Begriff 'Abwasser' und der Gedanke an aufbereitetes Wasser rufen Ekelreationen hervor", sagt Daniel Harmon, Leiter der Studie.

Kategorisierung der Tester

Voraussetzung für die Studie war mikrobakteriell einwandfreies und unbelastetes Wasser. "Das ist, wie bei uns in der EU, auch in den USA Voraussetzung Nummer eins", wie das Umweltbundesamt http://umweltbundesamt.de auf Nachfrage von pressetext bestätigt. In einem Persönlichkeitstest haben die Studienautoren überprüft, ob die Testpersonen als empfänglich für neue Erfahrungen oder eher ängstlich eingestuft werden konnten. Ebenso miteinbezogen wurden genetische Unterschiede in der Geschmacksempfindlichkeit der Tester: Menschen, die den Geschmack von mit chemischem Phenylthiocarbamid bestrichenen Papierstreifen als bitter wahrnahmen, wurden als empfindlich eingestuft.

Die Probanden bekamen in einem Geschmackstest ein Glas Leitungswasser, ein Glas Wasser aus der Flasche und eines mit IDR-zugesetztem Leitungswasser vorgesetzt. IDR bedeutet "Indirekt Potable Reuse" und bezeichnet das Verfahren, in dem durch Umkehrosmose behandeltes Abwasser dem Trinkwassersystem zugeführt wird. Bewertet wurde auch nach Geruch, Farbe und Konsistenz. Welches Wasser sich in welchem Becher befand, war den Versuchspersonen unbekannt.

Frauen tendieren zu Flaschen

Das Ergebnis der Tests: Normales Leitungswasser schnitt am schlechtesten ab. "Wir denken, dass dies darauf zurückzuführen ist, weil Wasser aus der Flasche und behandeltes Abwasser ähnliche Behandlungsprozesse durchlaufen, sodass sie einen Geschmack besitzen, den Menschen generell mögen", so die stellvertretende Studienleiterin Mary Gauvain. "Natürlich sollte man auch hinterfragen, wie das in den USA übliche Chloren des Trinkwassers hier eine Rolle gespielt hat. Das ist bei Wasser aus Flaschen und dem IDR-behandelten Wasser durch ähnliche Prozesse nicht gegeben", ergänzt das Umweltbundesamt gegenüber pressetext.

Ängstlichere Menschen tendierten mehr zu IDR-behandeltem und in Flaschen abgefülltem Wasser, deutlich negativer kam hier das normale Leitungswasser weg. Bei Testern, die als experimentierfreudiger bewertet wurden, waren die drei Wasserarten in der Beliebtheit ausgeglichen. Ebenfalls konnten die Forscher belegen, dass Frauen im Gegensatz zu Männern doppelt so häufig das abgefüllte Wasser präferierten. Die Experten vermuten bei Frauen eine erhöhte Reaktionsfähigkeit auf Geschmack, den sie nicht mögen. Diese Annahme soll Thema der nächsten Forschungsarbeit des Teams sein. Kalifornien hat aufgrund langer Dürreperioden immer wieder mit steigendem Bedarf an Trinkwasser zu kämpfen.

(Ende)
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