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pte20171207003 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Blockade des Signalwegs kann Krebs aufhalten

US-Wissenschaftler finden vielversprechenden Therapieansatz

Normaler (l.), manipulierter Plattwurm. Lichtpunkte bedeuten Zelltod (Bild: UC)
Normaler (l.), manipulierter Plattwurm. Lichtpunkte bedeuten Zelltod (Bild: UC)

Merced (pte003/07.12.2017/06:10) - Zellen in der oberen Körperhälfte von Menschen wachsen und teilen sich schneller als die in der unteren Hälfte. Außerdem sind sie überlebensfähiger. Diese Eigenschaften wollen Forscher der University of California http://ucmerced.edu in eine neue Waffe gegen Krebs umfunktionieren.

Protein Ubc9

Professor Nestor Oviedo, seine Mitarbeiter Manish Thiruvalluvan und Paul Barghouth sowie Forscher der Tel Aviv University http://english.tau.ac.il haben einen molekularen Mechanismus identifiziert, der das unterschiedliche Zellverhalten in unterschiedlichen Körperhälften reguliert. Das gelang ihnen bei Plattwürmern aus der Familie der Planariidae. "Es handelt sich um ein Modell, das sich im Labor leicht züchten lässt", sagt Oviedo. "Unsere Erkenntnisse an diesem Modell sind wertvolle Infos, die sich auf Menschen übertragen lassen." Die Regulationsmechanismen bei Plattwürmern und Menschen seien ähnlich.

Das Protein Ubc9 kommt sowohl in Plattwürmern als auch in Menschen vor und spielt eine bedeutende Rolle bei den regionalen Unterschieden des Zellverhaltens. Auch bei deren Absterben und vor allem bei der Reaktion der Zellen auf eine Zerstörung der Erbinformationen ist es involviert. "Wir schalteten dieses Gen aus und stellten fest, dass Zellen im vorderen Teil des Wurms weiterlebten, während die im hinteren Teil abstarben", so Thiruvalluvan. Mehr noch: Es gab eine massive Zerstörung von Erbinformationen, die zu Krebs führen kann.

Planbarer Zelltod

Ubc9 kontrolliert einen molekularen Signalweg, der als Hedgehog-Signalweg bezeichnet wird. Das Abschalten des Proteins stört diesen Signalweg. "Wir fanden heraus, dass die Störung des Hedgehog-Signalwegs Zellen im hinteren Körperteil des Wurms absterben lässt", erklärt Oviedo. "Es ist bedeutsam, weil wir einen Mechanismus gefunden haben, der das kollektive Verhalten von Zellen mit zerstörter DNS kontrolliert." Das erkläre auch, warum Krebs in der oberen Körperhälfte aggressiver ist als in der unteren, meint der Forscher. "Wir wissen jetzt, dass wir den Tod von Zellen mit zerstörter DNS initiieren können, indem wir einen bestimmten Signalweg blockieren", verdeutlicht Oviedo. Das könne zu einer neuen Therapie führen.

(Ende)
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