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pte20140402001 Technologie/Digitalisierung, Politik/Recht

Netzökonomie: Deutschland rutscht ins Mittelmaß ab

Mangelnde Prioritätensetzung der Politik gefährdet Innovationsstandort


Datenautobahn: lässt in Deutschland auf sich warten (Foto: pixelio.de/Schwertle)
Datenautobahn: lässt in Deutschland auf sich warten (Foto: pixelio.de/Schwertle)

Berlin (pte001/02.04.2014/06:00) - Verglichen mit Asien ist Deutschlands Internet so schlecht und rückständig, dass es allmählich zur echten Gefahr für den Standort wird. So rutscht die digitale Infrastruktur Deutschlands immer mehr auf das Niveau von Entwicklungsländern ab. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Südkorea. Dort rasen die Daten mit einem durchschnittlichen Speed von 22,1 Megabit pro Sekunde durch Glasfaserleitungen bis in jedes Haus - 100 Megabit-Leitungen sind die nächste Etappe.

"Internet der Dinge keine Fiktion"

In Deutschland hingegen bleibt der Nachholbedarf in Sachen Netzökonomie gegeben. Denn hier werden im Schnitt noch nicht einmal sieben Megabit pro Sekunde erreicht. Ohne Highspeed-Internet besteht jedoch die Gefahr, dass Unternehmen digital nicht aufrüsten können und im globalen Wettbewerb zurückfallen. In der Folge befürchten Experten, dass somit an neue webbasierte Geschäftsmodelle nicht zu denken ist.

In der digitalen Agenda der großen Koalition verorten Experten Unverbindlichkeiten: "Das Internet der Dinge oder der intelligenten Objekte ist schon lange keine Fiktion mehr. Derzeitig gibt es rund zehn Mrd. Verknüpfungen zwischen Maschinen und Produkten. Bis 2020 liegen wir nach Prognosen von Cisco bei 50 Mrd. Gegenständen", so Udo Nadolski vom Düsseldorfer IT-Beratungshaus Harvey Nash http://harveynash.com/de gegenüber pressetext.

Nadolski fordert wirklichen Breitbandausbau: "Ansonsten können wir in Deutschland die Früchte unserer Grundlagenforschung und Innovationen der vierten industriellen Revolution nicht ernten." Technologieexperte Roman Friedrich von Booz & Company http://booz.com rechnet bis 2018 mit Wachstumsverlusten. Die Digitalisierung in Deutschland kranke an einem Wirrwarr von Einzelmaßnahmen. Es versickere jedwede Initiative. "Das Thema Breitband und Digitalisierung hätte es verdient, zur Chefsache erklärt zu werden", meint Friedrich.

Digitale Autobahn mehr nur als Pflichtübung

Die digitale Revolution sollte den Fachleuten nach in Bezug auf die Anbindung eines jeden Unternehmens an Breitband gedacht werden. "Um die Wirtschaftskraft vor allem des Mittelstandes zu erhalten, braucht man die digitale Autobahn. Wir können sonst unsere ökonomische Dynamik nicht ausreichend entfalten. Dabei geht es um innovative Geschäftsmodelle, um die richtigen Dienste und um nachfragestimulierende Applikationen. Ohne die entsprechende technologische Grundlage wird das nicht erreichbar sein", sagt Friedrich im pressetext-Gespräch.

Auch das Märchen von der zu geringen Nachfrage nach schnellem Internet, was von Wirtschaftsforschern im Auftrag der Bundesregierung in die Welt getragen werde, sei nur ein weiterer Beleg für das mangelhafte Verständnis der politischen Akteure für die Relevanz der digitalen Infrastruktur: "Wir haben schon jetzt Engpässe. Unsere politische Elite und auch viele klassische Wirtschaftsführer verstehen nicht, was zurzeit im Markt passiert. Die digitale Revolution ist mindestens so relevant wie die Energiewende", stellt Friedrich klar.

Strukturschwache Regionen im Hintertreffen

Besonders bitter ist die digitale Rückständigkeit für strukturschwache Gebiete in Deutschland, die junge Talente an Städte wie Köln, Berlin, München oder Hamburg verlieren. Zwischen 2002, dem Jahr des Bevölkerungshöchststandes, und 2008 haben 202 von 413 Landkreisen und kreisfreien Städten mehr als ein Prozent ihrer Einwohner verloren. In dem gleich langen Zeitraum zuvor traf das nur auf halb so viele Kreise zu. Diese lagen vorwiegend in Ostdeutschland, das nach der Wende erhebliche demografische Verluste zu verbuchen hatte.

Gegenwärtig verliert bereits etwa ein Drittel der westdeutschen Kreise Bevölkerung. Wo die Lebensbedingungen schwierig sind, wo es an innovativen Betrieben und gut bezahlten Jobs mangelt, verschärft sich meist auch die demografische Lage. Cloud-Arbeitsplätze würden jedoch dezentrale Organisationen aufbauen und die negativen Folgen von Landflucht sowie Überalterung abmildern. Aber selbst mit flexiblen Arbeitsmodellen gibt es Probleme, wie Thomas Dehler von der Gesellschaft für Telearbeit http://gfta.eu skizziert.

Für Cloud-Belegschaften benötigt man laut dem Kenner eine Datenleitung mit sechs Megatbit. Doch selbst dieses Surftempo erreichte nur ein Teil der 700 qualifizierten Bewerber im südlichen Brandenburg, das die Firma als Pilotregion avisiert hatte. Und die 80 Kandidaten, die Dehler schließlich einstellte, verzeichneten immer wieder technisch bedingte Fehlzeiten.

(Ende)
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