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Fr, 10.08.2012 06:00
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pte20120810001 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Klimawandel verändert Winterschlaf der Tiere

Für manche Arten ein Vorteil, für andere Lebensbedrohung
Erdhörnchen: Erderwärmung wirkt sich auf Stoffwechsel aus (Foto: Flickr/Quine)
Erdhörnchen: Erderwärmung wirkt sich auf Stoffwechsel aus (Foto: Flickr/Quine)

Semmering (pte001/10.08.2012/06:00) - Änderungen im Klima hinterlassen ihre Spuren im Alltag vieler Tiere. "Die konkreten Folgen der Erderwärmung sind sehr unterschiedlich: Manche Arten profitieren, andere geraten in Bedrängnis", erklärt der Biologe Walter Arnold im pressetext-Interview. Arnold ist einer der Organisatoren des internationalen "Hibernation Symposiums" http://ihs2012.fiwi.at , zu dem sich Fachexperten derzeit im österreichischen Semmering versammeln.

Fresszeit schrumpft

Forschungen zu Klimawandel und Winterschlaf laufen weltweit auf Hochtouren. Etwa bei den Zeiseln der Rocky Mountains hat die Jahreszeiten-Verschiebung die Überlebensrate seit 1990 um bis zu 20 Prozent gesenkt, berichtet Jeff Lane von der University of Alberta in "Nature" http://bit.ly/MSBVn4 : Die Erdhörnchen erwachen heute infolge der immer späteren Schneefälle im Frühling um zehn Tage später aus dem Winterschlaf und können in der kurzen Pflanzenwachstums-Phase nicht mehr genug Vorräte für den nächsten Winter sammeln.

Veränderungen bei der Haselmaus zeigen am Hibernation-Symposium die Hamburger Ökologinnen Iris Pretzlaffi und Kathrin H. Dausmann http://bit.ly/QhkuMr : Die Körpertemperatur des kleinen Nagers passt sich an die Umgebungstemperatur an, wobei in besonders strengen Wintern auf der Haut bis zu minus 2,9 Grad Celsius gemessen wurde. Bei milden Wintern ist auch die Haut wärmer und es gibt mehr zwischenzeitliche Wachphasen. Das kostet jedoch Energie und lässt die Fettreserven früher aufbrauchen.

Kopf und Rumpf

Die Göttinger Zoologen Alexander Rieki und Fritz Geiser haben hingegen die in Südaustralien beheimatete dickschwänzige Schmalfußbeutelmaus untersucht. Sie zogen Vertreter dieser Art in den ersten 200 Lebenstagen teils bei 16, teils bei 22 Grad Umgebungstemperatur auf. Das Ergebnis: Wärmegewohnte Mäuse entwickelten ihren Kopf und Rumpf im Vergleich deutlich kleiner und schalteten später bei Kälte seltener auf den Erstarrungsmodus um, der den Tieren sonst ein Energiesparen ermöglicht.

Flexibilität ist Trumpf

Andere Tierarten wie die Gelbbauchmurmeltiere der USA ziehen Überlebensvorteile: "Sie erwachen bis zu vier Wochen früher aus dem Winterschlaf, produzieren mehr Junge und erreichen ein höheres Körpergewicht, was die Population seit 1990 erhöht hat", sagt Arnold, der an der Vetmeduni Wien das Forschunginstitut für Wildtierkunde und Ökologie http://www.vetmeduni.ac.at/fiwi leitet. Alpenmurmeltiere leiden hingegen unter den immer späteren Schneefällen, schützt doch die Schneedecke den Boden vor dem Auskühlen. "Ein späterer Winterschlaf geht nicht, da die Tageslänge den Beginn bestimmt", so der Experte.

Da der Winterschlaf nur eine der möglichen Reaktionen auf den Wandel der Jahreszeiten darstellt, bricht in der Fachwelt die Trennung zwischen Winterschläfern und Nicht-Winterschläfern immer mehr auf, berichtet Arnold. "Es gibt ein Kontinuum von Reaktionen auf ungünstige Lebensbedingungen wie Wärme, Kälte, Trockenheit oder Regenzeiten. Viele Organismen gehen dabei äußerst flexibel vor und setzen ihre thermoregulativen Strategien sehr effizient ein. Sie werden am ehesten mit dem Klimawandel gut zurechtkommen."

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
Tel.: +43-1-81140-306
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
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