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pte20120217012 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness

Zwei von drei Briten haben Handy-Verlustangst

"Nomobhobie" Modewort statt krankheitswertiger Störung

Telefonitis: nicht ohne mein Handy (Foto: pixelio.de/ Stephanie Hofschlaeger)
Telefonitis: nicht ohne mein Handy (Foto: pixelio.de/ Stephanie Hofschlaeger)

Großbritannien (pte012/17.02.2012/13:00) - Einer aktuellen Studie zufolge leiden in Großbritannien 66 Prozent der Bevölkerung an Nomophobie. 2008 wurde das Phänomen erstmals untersucht. Damals lag der Anteil der britischen Handynutzer - die Angst davor haben, für soziale und geschäftliche Kontakte mobil unerreichbar zu sein - noch bei 53 Prozent.

Immer und überall erreichbar

"Nomophobie im Sinne einer krankheitswertigen Störung existiert nicht. Es ist lediglich ein neues Modewort und erklärt den Zustand, wie wichtig es für die Bevölkerung ist, immer und überall erreichbar zu sein. Es ist ein Segen und ein Fluch zugleich, aber keine Krankheit", erklärt Cornel Binder-Krieglstein vom österreichischen Psychologenverband http://www.boep.eu im pressetext-Interview.

Das britische Forschungsinstitut OnePoll http://www.onepoll.com hat 1.000 berufstätige Briten befragt, ob sie Angst davor haben, kein Handy zu besitzen oder es zu verlieren. Teilt man die Studie in Altersgruppen auf, so leiden im Alter von 18 bis 24 Jahren 77 Prozent der Befragten an Nomophobie, gefolgt von 68 Prozent der 25-bis 34 Jährigen.

Nicht jede Angst gleich Phobie

"Phobien sind Angststörungen, die gewisse Kriterien erfüllen müssen. Es ist zu unterscheiden, ob es sich bei der Angst um ein normales alltägliches Niveau handelt - wie zum Beispiel die Angst, den Schlüssel zu vergessen - oder ob die Angst pathologisch ist. Nomophobie ist mit Klaustrophobie oder Arachnophobie nicht vergleichbar. Es gibt auch keine Moneyphobie aufgrund der Wirtschaftskrise", so Binder-Krieglstein.

Während 70 Prozent der Frauen Angst haben, kein Handy zu besitzen, sind es bei den Männern 61 Prozent. Der Sicherheitsdienstleister SecurEnvoy http://securenvoy.com , der die Studie in Auftrag gegeben hat, führt diesen Zustand darauf zurück, dass weniger Frauen als Männer zwei Mobiltelefone besitzen (36 Prozent versus 47 Prozent). "Noch dazu ist der Zugang zu sozialen Kontakten Frauen meist wichtiger", so Binder-Krieglstein.

(Ende)
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