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pte20111107009 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Erdbeben: Fataler für Gesundheit als Katastrophen

Kinder sind Gefahren schutzlos ausgeliefert und tragen höchstes Risiko


Erdbebenschäden: Nach wie vor viele Tote weltweit (Foto: pixelio.de, Helga Dörk)
Erdbebenschäden: Nach wie vor viele Tote weltweit (Foto: pixelio.de, Helga Dörk)

Boston (pte009/07.11.2011/11:00) - Erdbeben haben größere Auswirkungen auf die Gesundheit als andere Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Hurrikans. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Harvard Humanitarian Initiative http://hhi.harvard.edu . Weltweit bebt die Erde jedes Jahr mehr als eine Mio. Mal in unterschiedlicher Stärke. Viele Menschen werden schwer verletzt und können aufgrund der zerstörten Infrastruktur nicht versorgt werden. Vor allem Kinder sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, schreibt das Team um Susan Bartel in The Lancet http://thelancet.com .

Viele Städte in Störungszonen

Viele der größten Metropolen wurden in Störungszonen erbaut, dazu gehören Los Angeles, Tokio, New York, Delhi und Shanghai. Millionen sind daher der Gefahr durch Erdbeben ausgesetzt. Im vergangenen Jahrzehnt haben Erdbeben über 780.000 Tote gefordert, berichtet die BBC. Das entspricht fast 60 Prozent aller Todesfälle durch Naturkatastrophen. Bei Hochwasser oder Hurrikanen ertrinken viele Menschen, deutlich weniger sterben an den Folgen ihrer Verletzungen. Es wird angenommen, dass auf jeden Menschen, der durch ein Erdbeben stirbt, drei weitere kommen, die verletzt werden.

Depressionen treten nach Erdbeben ebenfalls verstärkt auf. Bis zu 72 Prozent der Bevölkerung können betroffen sein. Nach dem Erdbeben, das 1999 in der Türkei die Erde erschütterte, berichteten 17 Prozent der Bevölkerung von Selbstmordgedanken. Kinder haben häufig ein höheres Risiko, verletzt zu werden oder zu sterben. In Haiti waren vergangenes Jahr 53 Prozent der Patienten jünger als 20 Jahre und 25 Prozent waren jünger als fünf Jahre. Bartel betont, dass gerade bevölkerungsreiche urbane Regionen häufig von Erdbeben heimgesucht werden. Die Folge seien zahlreiche Todesopfer und traumatische Verletzungen.

(Ende)
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