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pte20110711016 Medizin/Wellness, Medien/Kommunikation

Twitter: Datenschatz für Gesundheitswesen

Kurznachrichten zeigen Gebrauch und Missbrauch von Medikamenten


Medizin: Twitter räumt mit Irrtümern auf (Foto: aboutpixel.de, Ronald Leine)
Medizin: Twitter räumt mit Irrtümern auf (Foto: aboutpixel.de, Ronald Leine)

Baltimore (pte016/11.07.2011/13:52) - Twitter hat sich als Datengoldgrube für das öffentliche Gesundheitswesen entpuppt. So zeigen die hier verbreiteten Kurznachrichten wichtige Trends in dem Sektor auf. Wie die Johns Hopkins University (JHU) http://www.jhu.edu feststellt, bilden die Posts eine nützliche Quelle bedeutender Gesundheitsinformationen. In den sozialen Medien teilen viele User nicht nur Einblicke in ihren Krankheitsverlauf. Darüber hinaus veröffentlichen sie Detailangaben, die womöglich selbst ihren behandelnden Ärzten unbekannt sind. Tweets lassen etwa Rückschlüsse auf den Gebrauch, aber auch den Missbrauch rezeptfreier Medikamente zu. Die Kurznachrichten geben so Aufschluss darüber, wo Aufklärungsbedarf besteht.

Verhaltensmuster zu erkennen

Anhand einer Filter-Software haben die Experten an der JHU aus rund zwei Mrd. Twitter-Messages etwa 1,5 Mio. Nachrichten mit Inhalten zum Thema Gesundheit sortiert. Daraus lassen sich etwa Verhaltensmuster bei Allergien, Grippewellen, Krebs, Schlafstörungen, Depressionen oder auch Fettsucht ablesen. Durch ähnliche Verfahren ist beispielsweise auch die Vorhersage von Aktienkursen durch Tweets möglich (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110405001 ). Angesichts der Masse an Messages bietet die Plattform außerdem eine Fülle an wichtigen Informationen für das umfassende Gesundheitssystem - etwa zu Ursprung und Verlauf von Epidemien.

Die Twitter-Postings liefern im Krankheitsfall der User nicht nur Erkenntnisse über ihre ärztlich verordnete Arznei, sondern auch über zusätzliche Medikation in Eigenregie. Eine Reihe von Nutzern nimmt bei Grippe etwa Antibiotika ein. Diese helfen jedoch nicht gegen das Virus, erklärt JHU-Forscher Michael Paul. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die Praxis zur zunehmenden Antibiotika-Resistenz beiträgt. Den Erkenntnissen nach sind in der Öffentlichkeit einige medizinische Fehlannahmen verbreitet. Die sozialen Medien können dazu beitragen, diese richtig zu stellen.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
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