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pte20110609020 Kultur/Lifestyle, Medizin/Wellness

Psychiater: Religion wird befeindet, da sie verletzt

Existenzfrage, Schuld und Heimatlosigkeit entfachen Aggressionen


Muslime beim Gebet: Glaube kann bei anderen Angst auslösen (Foto: Flickr/Larsen)
Muslime beim Gebet: Glaube kann bei anderen Angst auslösen (Foto: Flickr/Larsen)

Wien (pte020/09.06.2011/12:05) - Religionsfeindlichkeit geht häufig auf Verletzungen zurück. Eine Tagung in Wien http://rpp2011.org untersucht diese Hypothese erstmals am Beispiel des Islams. "Religion zu kritisieren oder für falsch zu erklären ist sicherlich nicht krankhaft. Aber im Gegensatz zu reflektierter Kritik reagieren im Alltag viele auf Religion mit überzogen feindlichen, unkontrollierten Emotionen, deren Ausmaß sich jeder Rationalität entzieht. Die Ursache dürfte in einer narzisstischen Kränkung liegen", so Tagungsleiter Raphael Bonelli vom Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie http://rpp-institut.org , im pressetext-Interview.

Angst vor der Blöße

Jüngste Ergebnisse der Neurobiologie bestätigen, dass jede Aggression auf eine bewusste oder auch unbewusste Kränkung zurückgeht. "Bei narzisstisch veranlagten Menschen besteht dieser Schmerz darin, dass sie selbst etwas als wahr verspüren, was sie jedoch nicht wahrhaben wollen. Sie fürchten, ihr konstruiertes Selbstbild könnte an der Realität zerbrechen. Das schmerzt", erklärt der Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut. Stellt etwas oder jemand die eigene Position in Frage, gilt dies als Bedrohung und wird mit Aggression erwidert.

Letzter Maßstab

Religion kränkt gleich auf dreifache Weise, behauptet der Wissenschaftler. Die erste davon sei der Zwiespalt, dass der moderne Mensch Religiosität zwar als minderwertig erklärt habe, während diese jedoch weiter "natürlicher Teil jedes Geschöpfes" bleibe. "Anstoß nimmt man dann an Aufbrüchen wie etwa im europäischen Islam oder in Strömungen der katholischen und evangelischen Welt", so Bonelli. Weiters könne auch das Fehlen einer Instanz für Geborgenheit Eifersucht und Neid gegenüber jenen auslösen, die sich in einer Religion beheimatet fühlen.

Eine dritte Verletzung sei die eigene Schuld, die heute oft verdrängt werde. "Viele sehen sich selbst als letzten Maßstab. Sie schaffen somit Fehlerhaftigkeit ab oder wälzen sie ab auf andere, deren Forderungen als zu hoch empfunden werden." Eltern und Glaubensgemeinschaften bezeichnet Bonelli als derartige Sündenböcke, Letztere aufgrund ihrer Moralanspruchs, der anders als bei vielen Ethikangeboten nicht verhandelbar sei. "Die Angst vor dem Auffliegen des Selbstbetrugs aufgrund der unmanipulierbaren Normengebung der Religion löst Abwehr aus", erklärt der Psychiater.

Glaubenskriege sind politisches Kalkül

Ressentiments und Gewalt gegenüber Angehörigen anderer Religionen sind nicht religiös begründbar. "Religionen sind friedlich. Sie werden aber oft missbraucht, wenn Menschen sie nur zur Mobilisierung anderer für eigene Interessen benutzen statt sie zu leben." Als Beispiele nennt Bonelli einerseits radikale islamische Fundamentalisten, andererseits fanatische Islamkritiker. "Moderne Kreuzzügler verteidigen oft die Idee eines christlichen Abendlandes, blenden dabei aber Glaubensinhalte ihrer eigenen Religion aus."

Anhand des Beispiels des Terrorismus bestätigt dies eine Studie im Springer-Journal "Gender Issues". Der Einsatz muslimischer Selbstmordattentäterinnen ist rein politisch und militärisch motiviert statt Ausdruck von Religiosität, urteilt Margaret Gonzalez-Perez von der Southeastern Louisiana University http://selu.edu . Rechtfertigungsversuche durch islamisches Recht seien eine klare Fehlinterpretation seitens des radikalen Islams. Denn weder der Koran noch andere Grundlehren des islamischen Gesetzes wie die Hadithsammlung böten dafür Rückhalt.

(Ende)
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