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pte20100415036 Politik/Recht, Kultur/Lifestyle

Adoption: Zu wenig Schutz vor Kinderhandel

Sicherheit für Adoptiveltern nicht immer gegeben


Adoption braucht mehr Schutz vor kriminellen Zwischenhändlern (Foto: pixelio.de/Handke)
Adoption braucht mehr Schutz vor kriminellen Zwischenhändlern (Foto: pixelio.de/Handke)

Wien (pte036/15.04.2010/16:30) - Nicht immer können sich Adoptionseltern sicher sein, dass sie das Kind, dem sie Herz und Zuhause öffnen, auf legalem Weg zu ihnen gekommen ist. Ausländische Adoptionen werden in Deutschland genau geprüft, in Österreich jedoch nicht, warnt der "Runde Tisch Kinderhandel", ein Zusammenschluss internationaler Organisationen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen. Würden keine Kontrollmechanismen gefunden und dafür nötige Gesetze geschaffen, sei dem Missbrauch der Adoption Tür und Tor geöffnet, so die Experten in einer Aussendung.

Gestohlene Kinder

Illegal ist eine Adoption dann, wenn sie nicht auf der ausdrücklichen Zustimmung der leiblichen Eltern beruht. "Manche Eltern werden gezwungen, ihr Kind herzugeben. Andere geben es selbst in ein Kinderheim, von wo es plötzlich und ohne Verständigung verschwindet und in die Hände von Vermittlungsagenturen gelangt, die die Adoption einfädeln", erklärt Alexander Schwentner, Sprecher des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF http://www.unicef.at , im pressetext-Interview.

Diese Fälle von Adoptionen sind in manchen Fällen mit der Ausbeutung des Kindes und seiner Ursprungsfamilie gleichzusetzen. "Einerseits betrifft das die kommerzielle Ausbeutung, da die Vermittler mit dieser Form des Kinderhandels Geschäfte machen. Darüber hinaus werden die Rechte des Kindes oft auch durch einen falschen missionarischen Denkansatz verletzt, wonach es dem Kind irgendwo anders 'schon besser gehen werde' als im eigenen Land", erklärt Schwentner.

Keine Kontrolle möglich

Zur Verhinderung derartiger Vorfälle gibt es ein in Den Haag unterzeichnetes Übereinkommen zum Schutz von Kindern und zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption. Bisher 77 Staaten haben sich dadurch zur besseren Zusammenarbeit bei Auslandsadoptionen verpflichtet. In der Praxis bedeutet das, dass die Staaten nach bestimmten Kriterien sicherstellen, dass alles mit rechten Dingen abgelaufen ist. Probleme gibt es allerdings bei Adoptionen aus Ländern, die nicht zu den Unterzeichnern gehören.

In Deutschland löst man das Problem, indem bei Auslandsadoptionen jeder Fall systematisch überprüft wird. Diese Kontrollmöglichkeit fehlt in Österreich, wo jedes Bundesland eigene Gesetze hat. "Adoptiveltern fahren in die entsprechenden Länder und adoptieren die Kinder nach den dortigen Gesetzen, doch bei der Rückkehr gibt es keine Kontrolle mehr", kritisiert Schwentner. Zwar können Adoptiveltern seit Jahresbeginn bei Zweifel am Bezirksgericht die Überprüfung der ausländischen Adoptionsentscheidung beantragen, was ein erster Schritt in die richtige Richtung sei. "Weiter ist jedoch das Aufdecken illegaler Adoptionen kaum möglich", so der UNICEF-Sprecher.

Adoptionsstopp für Haiti

Der Runde Tisch Kinderhandel fordert ein Bundesgesetz, das illegalen Adoptionen den Riegel vorschiebt, sowie eine zentrale Anlaufstelle dafür. Davon würden laut Schwentner alle Beteiligten profitieren. "Einerseits wissen dann die leiblichen Eltern im Ursprungsland, dass ihr Kind in eine Familie kommt, die ausreichend vorbereitet wurde, da dies für die Abwicklung erforderlich ist. Zweitens können auch die Adoptiveltern darauf vertrauen, dass alles legal abgelaufen ist. Und letztendlich wird auch die Arbeit der Behörden erleichtert, die derzeit mit der zersplitterten Gesetzeslage kämpfen." Einzig die Menschenhändler hätten es schwerer, Adoptionen für kriminelle Zwecke auszunützen.

Besonders hoch ist die Gefahr für illegale Adoptionen in Katastrophengebieten, da Kinder dort häufig durch äußere Umstände von der Familie getrennt werden. Ähnlich wie zuvor schon bei der Tsunami-Katastrophe in Asien wurde daher heuer auch in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben ein internationaler Adoptionsstopp festgesetzt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100128037/ ). Zudem werden haitianische Kinder mit ihrer DNA registriert (siehe: http://pressetext.com/news/100312004/ ). Haiti hat das Den Haager Abkommen bisher noch nicht unterzeichnet.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
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