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pte20080327015 Politik/Recht, Bildung/Karriere

Europa leichte Beute für Führung in Peking

Billiglohn-Manie gefährlich für Wettbewerbsfähigkeit des Westens


China spielt mit Europa Katz und Maus (Foto: pixelio.de/Michael Lemke)
China spielt mit Europa Katz und Maus (Foto: pixelio.de/Michael Lemke)

Freiburg/Berlin (pte015/27.03.2008/10:30) - Nach Analysen des Schweizer Sinologen Professor Harro von Senger http://www.36strategeme.ch sind die Reaktionen des Westens auf die Tibet-Krise von Naivität und Unwissen geprägt. "Aus Pekinger Sicht blickt wegen der Menschenrechte oder der Tibet-Frage nicht 'die Welt', sondern nur ein recht kleiner Teil der Welt, nämlich die - global gesehen - wenigen westlichen Länder nach China. Mit Boykottmaßnahmen kann man gegen die Bastion der Länder des Südens, die in der Regel auf der Seite der Volksrepublik China stehen, nichts ausrichten", so von Senger gegenüber pressetext. Sein Buch "Supraplanung" (Hanser Verlag) http://www.hanser.de ist gerade erschienen und dürfte sich besonders für westliche Politiker als nützliche Nachhilfe-Lektüre im Umgang mit dem Reich der Mitte eignen. "Welche Rolle das Gesetzesrecht in der Volksrepublik China spielt und welchen Stellenwert es in diesem Land hat, stelle ich in 'Supraplanung' deutlich dar. Wenn man die Verfassungsartikel zur Kenntnis nehmen und in ihrer vollen Tragweite begreifen würde, dann würde vieles, was in der politischen Tagespraxis geschieht, durchschaubar und leicht vorhersehbar werden."

Leider würden offizielle Dokumente der Volksrepublik China im Westen regelrecht boykottiert und planmäßig nicht gelesen oder abgetan, kritisiert von Senger. "In Europa scheint man zu meinen, Hintergrundwissen über die Volksrepublik China sei überflüssig, es genüge, von Fall zu Fall die Tagesereignisse zu verfolgen und mit westlichem Alltagswissen ad hoc zu reagieren", so der Chinaexperte. Er verweist auf seine Schrift "Einführung in das chinesische Recht" von 1994 (C.H. Beck Verlag). "Hier erwähne ich die bis auf den heutigen Tag in Kraft befindliche Verfassung der Volksrepublik China vom 4. Dezember 1982, die auch im Zusammenhang mit Tibet wichtig ist. Im Artikel 1 bekennt man sich in Peking ganz offiziell und offen zu der Tatsache, eine Diktatur zu sein. Nach Artikel 54 sind die Bürger der Volksrepublik China verpflichtet, 'die Einheit und die Geschlossenheit all seiner Nationalitäten zu sichern'. Natürlich ist diese Verfassungsnorm durch entsprechende Paragraphen im chinesischen Strafgesetzbuch abgesichert", erläutert der Sinologie-Professor der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität.

In Anlehnung an Gottfried Wilhelm Leibniz plädiert von Senger dafür, dass die europäische Belehrungsgesellschaft sich in eine Lerngesellschaft im Verhältnis zu China wandeln sollte. Das Abendland müsse den tief verwurzelten Kulturhochmut ablegen und sich darum bemühen, das amtliche Denken in der Volksrepublik China, insbesondere das Bezugssystem der Kommunistischen Partei Chinas von innen heraus besser zu verstehen. "Die Passagiere des Luxusdampfers Europa kommen wohl nicht darum herum, sehr vieles, nicht zuletzt die chinesische Sprache, zu erlernen, wollen sie verstehen, was im Reich der Mitte vor sich geht", schreibt von Senger. Europa sei nach der chinesischen Strategemkunde eine leichte Beute und eine optimale Spielwiese für die Anwendung des Strategems Nummer 33: Das Strategem des Zwietrachtsäens. Als Beispiel führt von Senger den Dalai-Lama-Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel an, der dazu führte, dass Chinas Führer reihenweise Termine mit Deutschen absagten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wurde demgegenüber höchst freundlich empfangen und mit Aufträgen in Höhe von 20 Milliarden Euro überschüttet.

Die Listenblindheit im Umgang mit China ist nach Erfahrungen des Düsseldorfer Emerging-Market-Experten Jörg Peisert http://www.joerg-peisert.de auch bei europäischen Managern und Wissenschaftlern sehr ausgeprägt. "Wir betrachten China nur als Billiglohn-Land und wollen die schnelle Rendite erwirtschaften. Das ist für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Westens sehr gefährlich. Der Technologieimport ist für China nur ein Instrument für Neuschöpfungen, um autark zu werden. Aus Importen werden langfristig Exporte angestrebt. Wir machen es der Kommunistischen Partei in China zu einfach, uns an die Wand zu drücken", warnt Peisert.

(Ende)
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