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pts20061024050 Umwelt/Energie, Handel/Dienstleistungen

Reparieren statt wegwerfen

ON-Regel zur Kennzeichnung langlebiger und reparaturfreundlicher Elektrogeräte


Wien (pts050/24.10.2006/15:50) - Die Müllberge unserer Industrieländer wachsen rasant. Durchschnittlich 14 Kilogramm Elektromüll produziert jeder EU-Bürger pro Jahr. Mit einem neuen Nachhaltigkeitssiegel für Elektrogeräte setzt die ON-Regel ONR 192102 einen international einzigartigen Anspruch bei Braun- und Weißware.

Fernseher kaputt? Ab in den Müll. Waschmaschine macht Mucken? Ist leider nicht reparierbar. Der Konsument steht fast in einer Sackgasse. Die Werkstätten und Reparateure auch. Denn die Industriewelt setzt auf Wegwerfprodukte und hohe Verkaufszahlen. Aus dieser Sackgasse finden Reparaturbetriebe mit der neuen ON-Regel einen Ausweg: Wer ein langlebiges Produkt auf dem Markt hat, kann dafür ein Siegel erhalten, das der Qualität - reparierbar und nachhaltig - ein Zeichen gibt.

Weniger Müll

"Immer mehr Ressourcen werden für immer kurzlebigere Produkte verschwendet", sagt Sepp Eisenriegler, der gemeinsam mit Norbert Weiß die Idee für die ON-Regel einbrachte. Eisenriegler gründete 1998 das R.U.S.Z - Reparatur und Servicezentrum - in Wien. Ein ausgezeichnetes Projekt: Langzeitarbeitslose werden über ein Jahr als Reparateure ausgebildet und in die Gesellschaft eingegliedert. Waschmaschinen, Geschirrspüler, Videogeräte & Co landen nicht auf den Mülldeponien. Reparaturnetzwerke haben sich seit damals in Österreich etabliert. Jetzt geht man einen Schritt weiter.

Mehr Qualität

Mit der ON-Regel ONR 192102 gehen die Werkstätten in die Offensive. Braun- und Weißware erhalten ein Siegel, um das sich der Hersteller bemühen muss. Fernseher, Waschmaschinen & Co werden mit Hilfe der ON-Regel auf 39 Kriterien überprüft. Ungefähr die Hälfte davon betrifft die Konstruktion und die Bedienungsanleitung, die andere Hälfte den Service. Unter beiden Gruppen gibt es Muss- und Kann-Bestimmungen, mit denen Punkte gesammelt werden. Nach Überprüfung erhält ein Produkt ein "Ausgezeichnet", "Sehr gut" oder "Gut".

Was sein muss

Verpflichtend für den Erhalt eines Siegels ist - für den Hausverstand - Selbst-verständliches: Ein Gerät muss geöffnet werden können, ohne dabei zerstört zu werden. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Gerätes soll mindestens zehn Jahre betragen. So lange muss es auch Ersatzteile geben. Bei einer Reparatur ist eine Anleitung für Einstellungen verfügbar, die etwa beim Tausch des Zeilen-frequenz-Moduls beim Fernseher auf die korrekte Einstellung der Regelspan-nung hinweist.

Was sein sollte

Extra Punkte erhalten Geräte für Transparenz und Erleichterungen. Etwa wenn handelsübliche Schrauben das Gehäuse zusammenhalten, so dass keine Spe-zialschlüssel verwendet werden müssen. Wenn alle Reparaturbetriebe und nicht nur Vertragswerkstätten gut mit Informationen ausgestattet werden. Mit diesen Kriterien stellt die Norm Ansprüche an die Hersteller. Die Hoffnung ist: 35 Prozent der Kunden sagen im Vorhinein, dass sie lieber zu einem reparierbaren Gerät greifen würden. Kaufen sie die Produkte, kommt ein Stein ins Rollen.

Zielpunkt Europa

"Wir versuchen, die Lücke zwischen Konsument, Reparateur und Hersteller zu schließen", unterstreicht Eisenriegler. "Wenn am Testmarkt Österreich der Marktanteil der Produkte mit Nachhaltigkeitssiegel um zwei bis drei Prozent wächst, haben wir schon einen Erfolg." Denn für höheren Umsatz wären Hersteller bereit ihr Design nachzujustieren. Aus der ON-Regel könnte eine öster-reichische und später eine Europäische Norm entstehen. Alles unter dem Motto: nachhaltig wirtschaften.

(Ende)
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