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pte20060814019 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Färberwaidpflanze enthält große Mengen einer krebsvorbeugenden Substanz

Einsatz gegen Brustkrebs denkbar


Bologna (pte019/14.08.2006/16:36) - Färberwaid, eine Pflanze, mit der sich die alten Briten und Kelten blau anmalten, damit sie im Krieg Furcht erregender wirkten, ist eine reiche Quelle für die krebsvorbeugende Substanz Glucobrassicin. Ein Wissenschaftsteam der Universität von Bologna http://www.unibo.it hat jetzt entdeckt, dass die Pflanze 20-mal mehr von der Substanz enthält als Broccoli, das bisher mit Glucobrassicin assoziiert wurde. Indem sie den Färberwaid verschiedenen Behandlungen unterzogen, ist es den Forschern sogar gelungen, die Menge um das 65-fache zu steigern. Sie hoffen, dass ihre Entdeckung neue Wege zur Behandlung von Krebs eröffnen. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Journal of the Science of Food and Agriculture http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/1294 veröffentlicht.

Die Forscher konnten nachweisen, dass der Färberwaid bei Beschädigungen am Blatt große Mengen Glucobrassicin freisetzt. Die Substanz funktioniert dabei als einen Abwehrmechanismus: Die Derivate von Glucobrassicin töten manche Pflanzenschädlinge ab. Darüber hinaus besitzen sie die Fähigkeit, Tumoren entgegenzutreten und sind sie sehr wirksam gegen Brustkrebs. Frühere Studien haben gezeigt, dass Glucobrassicin krebserregende Stoffe wie etwa Derivate von Östrogenen ausschwemmt. Frauen mit höheren Mengen dieses Hormons haben ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Verschiedene Studien zeigen, dass den Konsum von glucobrassicinreichem Obst ein guter Schutz gegen Krebs ist. Bisher war es jedoch sehr schwer, genügend Glucobrassicin aus den Pflanzen zu gewinnen, um dessen Effekt eingehend zu erforschen. Studienleiterin Stefania Galetti hofft, dass die neuen Erkenntnisse es künftig vereinfachen, derartige Studien durchzuführen. "Das Vorhandensein von Glucobrassicin in großen Mengen und gegen niedrige Kosten ermöglicht nun Studien zur Aufklärung der krebsvorbeugenden Rolle", erklärt sie. "Chemikalien wie diese könnten sich künftig als sehr wichtig für die Prävention und Behandlung von Krebs erweisen."

(Ende)
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