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pte20050530012 Politik/Recht, Computer/Telekommunikation

Antidiskriminierungsgesetz für Linux

Organisatoren des Linuxtages Karlsruhe fordern Chancengleichheit


Wien/Karlsruhe (pte012/30.05.2005/09:25) - Markus Beckedahl, dessen Agentur newthinking communications an der Organisation des Linuxtages Karlsruhe (22. bis 26. Juni 2005) mitwirkt, hat in seinem Gastvortrag auf den Linuxwochen Wien http://www.linuxwochen.at ein Antidiskriminierungsgesetz für Linux gefordert: "Wir haben bei PCs fünf Prozent Linux im Einsatz gegen 95 Prozent von Microsoft. Da ist die Forderung nach einem Minderheitenschutz nur legitim, solange bis man auf gleicher Augenhöhe ist. Wir sind daher der Meinung: Bei gleicher Eignung von Freier Software muss diese vorgezogen werden - so wie bei der Frauenförderung."

Mit dieser Forderung will Beckedahl Deutschland wieder in Pole Position beim Einsatz von OS bringen, denn: "Deutschland ist als Tiger Ende 1999 gesprungen und landet langsam als Bettvorleger." Zusätzlich wäre eine Regulierungsbehörde sinnvoll, um so wie im Telekom- und Energiesektor auch im Softwarebereich eine echte Liberalisierung des Marktes zu erreichen. Zwar habe Deutschland vor einem Jahr ein Open Source Kompetenzzentrum gegründet, die Initiative werde jedoch nur noch "virtuell" von einigen Beamten als "Nebenjob" betrieben, zwei Mitarbeiter, die es betreuten, wurden mittlerweile eingespart. "Das OS-Kompetenzzentrum der Niederlande, das mittlerweile zwei Jahre alt ist, hat derzeit zwölf Mitarbeiter", lenkt Beckedahl den Blick über die Grenzen.

Beckedahl sieht in Deutschland zwar einige positive Initiativen, doch "im Grunde mangelt es an Strategie. Es gibt viele Maßnahmen, aber kein Gesamtkonzept." Man habe noch nicht einmal ein richtiges Forum gegründet, kritisiert der Linux-Lobbyist. Als positives Beispiel nennt er Baden Württemberg. Das Land investiert derzeit 20 Mio. Euro, um die Region rund um Stuttgart zur OS-Region auszubauen. Bisher konnten 70 bis 80 Firmen, nicht nur Softwareentwickler, sondern auch Kreativunternehmen, die mit OS-CMS arbeiten, durch dieses Projekt nach Stuttgart gebracht werden. "Da läuft was, aber so etwas müsste es auf Bundesebene geben", meint Beckedahl.

Linuxtag Karlsruhe: http://www.linuxtag.org

(Ende)
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