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pte20050526004 Computer/Telekommunikation, Politik/Recht

Linuxwochen: Unabhängigkeit als strategischer Wert

China bringt proprietäre Software in die Zwickmühle


Wien (pte004/26.05.2005/09:05) - Mit Linux erlangt man Unabhängigkeit, auch von fremden Staaten. Diese Position wurde beim Panel "Linux bei Behörden und Verwaltung" gestern, Mittwochabend, recht einhellig am Podium und im Publikum vertreten. "Die politische Unabhängigkeit alleine wäre schon ein zwingendes Argument für Behörden, Linux einzuführen", meinte Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation. Und Michael Meske, dessen Firma Credativ die Stadt München beim Linux-Rollout unterstützt, ergänzte: "Auch wenn man mit einem Staat jetzt befreundet ist, weiß man nie, was da noch passieren kann." http://www.linuxwochen.at

Die größte Hürde bei der Einführung von Linux im öffentlichen Bereich, sei das "Beharrungsvermögen" der Menschen. Greve: "Der Leidensdruck muss sehr hoch werden, bis der Wille zur Migration gegeben ist. In München und Wien ist die Frage: Wie nehmen wir die Leute mit, damit die Migration akzeptiert wird. Es ist viel Aufwand, den Mitarbeitern zu erklären, warum wir das machen. "Andreas Trawöger, der als Mitarbeiter der Wiener Gebietskrankenkasse WGKK den öffentlichen Bereich ganz gut von innen kennt, relativiert: "Wir gehen das mit der typischen österreichischen Gemütlichkeit an. Es tut sich was, aber nicht viel. Aber was von A bis Z fehlt ist eine bessere Koordination und staatliche Förderung."

Förderungen seien notwendig, damit die vielen kleinen "absolut genialen Linuxfirmen" wachsen und auch bei Großaufträgen mitbieten können. "Was fehlt sind Firmen, die ein 100.000 Euro Projekt durchziehen können und wo ich weiß, dass ich mich verlassen kann", so Trawöger. Die Sozialversicherung bekomme bei solchen Ausschreibungen immer nur Angebote von den "üblichen fünf Verdächtigen", wobei sich auch Georg Haschek als Vertreter von IBM angesprochen fühlte, der meinte: "Es stimmt, wir könnten in Österreich mehr zur Förderung der Open Source Szene tun." Den Beitrag von IBM sieht Haschek in der Freigabe von Softwarepatenten für die OS Community.

Warum offene Standards für den öffentlichen Bereich so wichtig sind, erläuterte Trawöger mit einem Beispiel: "Die Sozialversicherung müssen Dokumente bis 30 Jahre nach dem Tod aufbewahren. Daher können viele wichtige Archivdaten nicht mehr gelesen werden, so dass wir die Dokumente neu einscannen müssen. Wenn jemand eine Archivlösung in OS bastelt, dann bitte her damit. Mein jetztiger Anbieter kann mich jederzeit zwingen auf ein neues System zu gehen. Und zusätzlich ändern die Anbieter alle drei Jahre ihre Lizenzpolitik. Der große Vorteil von OS liegt nicht darin, dass es billiger ist, sondern dass ich kann auf zehn Jahre berechnen kann, was es mich kosten wird." Und mit OS könne eine Software bei Bedarf auch nach 50 Jahren noch nachgebaut werden, was bei proprietärer Software nicht möglich sei.

Im Vergleich zur vorsichtigen Zurückhaltung, die in Deutschland und Österreich noch auf vielen Ebenen der Regierungsapparate da sei, agieren Staaten wie China, Südkorea oder auch Argentinien und Brasilien in Bezug zu OS viel offensiver. Greve sieht sogar bei der US-Trade Representative unfreiwillige Fürsprecher für die freie Software, indem sie versuchen weltweit mobil zu machen gegen Raubkopien. Greve sieht darin auch einen positiven Aspekt für OS: "China kann Null Prozent Raubkopien melden, denn die Sanktionen der US Trade Representative führen zur Nutzung von OS Software. Und Raubkopierer werden schwer bestraft. So befindet sich in diesen Ländern die proprietäre Software in der Zwickmühle." OS passe auch deshalb besser zu Asien, meint Greve, weil dort das Kopieren sogar als Kompliment für die eigene Arbeit angesehen werde. "Auch wenn wir es noch nicht richtig merken, aber global bewegt sich OS massiv nach vorne."

Die Frage, wie die Politik zur freien Software steht, wird heute, Donnerstagabend, mit Vertretern der österreichischen Parlamentsparteien diskutiert. Details: http://www.linuxwochen.at/cgi-bin/index?id=100001053

(Ende)
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