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Di, 07.09.2004 16:49
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pte20040907048 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Eingeschleppte Milbe tötet Bienen

Chemische Keule wirkungslos - Neue Zucht soll Problem lösen

Halle-Wittenberg (pte048/07.09.2004/16:49) - Eine aus Asien eingeschleppte Milbe zerstört die Bienenvölker Deutschlands. Allein im Vorjahr wurden 30 Prozent, insgesamt 270.000, der Bienenvölker vernichtet. Die Varroa-Milbe ist der weltweit gefährlichste Bienenparasit. Nach Angaben des Newsdienstes NGO-Online http://www.ngo-online.de ist das Bienensterbens fatal, da die Tiere wichtige Aufgaben in der Natur erfüllten und auch als Honigproduzenten wirtschaftlich bedeutend seien.

Der volkswirtschaftliche Wert der Bienenzucht liegt pro Jahr bei etwa 2,2 Mrd. Euro. Die blutsaugende Milbe überträgt Bakterien und Viren, die Bienen töten, sofern sie nicht regelmäßig mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt würden. Gegen die chemische Keule spricht jedoch Einiges: Sie wird immer wirkungsloser, weil sich die Milben an sie gewöhnt haben. Zudem belastet sie die Umwelt und sie kann Rückstände in Bienenprodukten hinterlassen.

Das Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität (Halle-Wittenberg) und das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf (Brandenburg) suchen nun nach Bienen, die für die Milbe weniger anfällig sind. Sie wollen widerstandsfähige Bienenvölker züchten und damit das Ökosystem in Balance halten. Das Projekt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird, will neue, umweltfreundliche Wege gehen. Die Forscher untersuchten unter anderem Bienen darauf, ob sie an die Varroa-Milbe angepasst sind und einen Befall gut überstehen.

"Eine gezielte Züchtung auf Varroa-Resistenz ist schwierig, weil sie durch viele Gene bestimmt wird und erst nach Jahren feststeht, ob Bienen trotz Befalls überlebt haben", erklärt Martin Beye, Leiter der Gruppe Bienengenetik der Universität Halle. Deshalb wollten Beye und sein Team ein Diagnosesystem entwickeln, das Auskunft über vorhandene Abwehrkräfte liefert. Mit Hilfe des neuen Verfahrens sollen die widerstandsfähigeren Bienenvölker schnell ausgemacht und gezielte Zuchtempfehlungen für Imker erarbeitet werden.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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