Menschlicher Notschalter lässt Herz nicht stoppen
Würzburger Forscher: Stress-Mechanismen auf der Spur
Würzburg (pte027/15.12.2003/12:07) Würzburger Forscher haben die Wirkweise des Stresshormons Adrenalin genauer untersucht und einen Mechanismus entdeckt, wie das Stresshormon verhindert, dass in einer Gefahrensituation unvermittelt die Aus-Taste gedrückt wird. Ein "Notschalter" im menschlichen Organismus sorgt nämlich dafür, dass das Herz genau in dem Augenblick höchster Erregung nicht wirklich stillsteht, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature http://www.nature.com .
Normalerweise verhindern körpereigene Abschaltmechanismen, dass Botenstoffe wie Adrenalin über längere Zeit aktiv sind. "Wenn der Mensch aber auf eine Gefahr reagieren muss, um zum Beispiel vor einem gefährlichen Tier wegzulaufen, dann wäre es fatal, wenn plötzlich ein derartiger Abschaltmechanismus anspringen würde", so Ursula Quitterer, Pharmakologin der Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de und Studien-Autorin. "Dieser Schalter ist ein Eiweißstoff mit dem Namen RKIP (Raf-Kinase-Inhibitor-Protein). Unter Normalbedingungen sorgt er in der Körperzelle für Ruhe und Ordnung indem er verhindert, dass eine Zelle unkontrolliert anfängt zu wachsen und sich zu teilen", berichtet die Wissenschaftlerin. Wenn im Gehirn die Meldung eintrifft, dass Gefahr in Verzug ist, so werden wichtige Körperzellen, insbesondere die des Herzens, über die Freisetzung von Adrenalin schlagartig in Alarmstimmung versetzt. "In genau diesem Moment wird dieser Notschalter aktiviert", erklärt die Expertin.
Der Notschalter sorgt dafür, dass die Herzmuskelzellen unter Stress auf Hochleistungsbetrieb umschalten. Dies dauert so lange, wie die Stress-Situation andauert und Adrenalin vorhanden ist. "Der Notschalter verhindert auch, dass die Alarmantwort zu früh abgebrochen wird, denn er schaltet sich erst dann wieder aus, wenn die Gefahrensituation beendet und das Adrenalin im Körper wieder verschwunden ist", erklärt Quittner die komplexe Situation. Gemeinsam mit den Forschern Kristina Lorenz und Martin Lohse hat die Wissenschaftlerin diesen Mechanismus entdeckt. Die Experten wollen nun klären, ob dieser Notschalter bei Menschen in diesem Jahrhundert, die unter Dauerstress leiden, überhaupt noch richtig funktioniert.
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