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pte20080529024 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Zeitungen wegen G8-Berichterstattung unter Beschuss

Untersuchung prangert Fehler und Mängel in Nachrichtenproduktion an


Mängel bei Berichterstattung über G8-Gipfel kritisiert (Foto: pixelio.de, Fionn Große)
Mängel bei Berichterstattung über G8-Gipfel kritisiert (Foto: pixelio.de, Fionn Große)

Berlin (pte024/29.05.2008/11:46) - Verschiedene deutsche Tages- und Wochenzeitungen sind aufgrund ihrer Berichterstattung zum G8-Gipfel vergangenen Juni in Heiligendamm in die Kritik geraten. Wie das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) http://www.wzb.eu aufzeigt, seien in Kommentaren und Berichterstattung zum Weltwirtschaftsgipfel journalistische Unkorrektheiten begangen worden. In der Nachrichtenproduktion seien handwerkliche Fehler und systematische Mängel aufgetreten, schreibt die Frankfurter Rundschau (FR) unter Berufung auf den Soziologen Simon Teune. An der Untersuchung von elf verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen haben Journalisten, politische Aktivisten und Wissenschaftler gearbeitet. In ihrer Kritik kommen sie zu dem Ergebnis, dass vielfach der "journalistische Anspruch aufgegeben" und "tendenziöse Polizeiberichte" unkritisch übernommen wurden, so Teune.

"Die Medien haben in ihrer Berichterstattung Meldungen und Gerüchte ungeprüft wiedergegeben. Darüber hinaus kam es zu Falschdarstellungen und zur Verbreitung von Fehlinformationen", meint der WZB-Soziologe Dieter Rucht im Gespräch mit pressetext. So habe die "Clowns Army" im Rahmen der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel einen humoristischen Ansatz gewählt und Spritzpistolen mit Seifenlauge gefüllt. In den Medien sei daraufhin von einer Säureattacke gegen Polizisten berichtet worden. "Den Berichten zufolge habe es Hunderte verletzte und Dutzende schwerverletzte Polizisten gegeben. Tatsächlich traf dies aber nur auf zwei Beamte zu", erklärt Rucht. So seien in der Auswertung der Berichte Schwächen, Fehler und sogar Manipulationen festzustellen.

"Ein Journalist muss in seiner Berichterstattung klarstellen, woher seine Informationen stammen und diese zuvor zumindest grundlegend verifizieren. Im Falle der G8-Berichte war die Polizei die einzige Quelle der Journalisten", so Rucht gegenüber pressetext. Die Untersuchung des BZW umfasst 1.165 Meldungen in elf Zeitungen und Magazinen in einem Zeitraum von sechs Wochen. In dieser Zeit habe die Berichterstattung in jenen Medien den G8-Gipfel in sehr hohem Ausmaß als Thema aufgegriffen. Vor Ort hätten rund 5.000 Journalisten davon berichtet. "Die Nachrichtenbranche ist zwar sehr hart, Journalisten müssen jedoch etwas vorsichtiger sein und den Drang unterdrücken, unbedingt als Erster von spektakulären Nachrichten zu berichten, um eine qualitativ hochwertige und wahrheitsgetreue Berichterstattung zu gewährleisten", schließt Rucht.

(Ende)
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