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pte20060206002 Umwelt/Energie, Forschung/Entwicklung

Zukünftige chinesische Megacity Urumqi braucht Wasser

Heidelberger Experten wollen Stadtentwicklung steuerbar machen


Heidelberg (pte002/06.02.2006/06:10) - Ein Wissenschaftsteam der Universität Heidelberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die zukünftige Megacity Urumqi in Nordwest-China in den drei Schlüsselkreisläufen Wasser, Abfall und Energie nachhaltig zu beraten http://www.urumqi-drylandmegacity.uni-hd.de (pressetext berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060119019 und http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060116018 ). Projektleiter Bernhard Eitel vom Geografischen Institut will Stadtentwicklung steuerbar machen, damit Probleme nicht zu groß werden. Das Projekt wird vom Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

Urumqi liegt im trockenen Nordwesten Chinas. Es herrscht ein winterkaltes und trockenes kontinentales Steppenklima mit heißen und trockenen Sommern und feucht-kalten Wintern. "Der Jahresniederschlag beträgt nur 200 Millimeter. Erst die sommerlichen Schmelzwasserabflüsse ermöglichen das Leben in den Oasenstädten am Gebirgsfuß", erklärt Eitel im pressetext-Interview. Durch das rasante Bevölkerungswachstum und die Bewässerungsanlagen gibt es den Urumqi-Fluss quasi nicht mehr. Das Wasser wird in einem Stausee abgefangen. Die Trinkwasserqualität in der Stadt entspricht nicht den europäischen Vorgaben. Es gebe vielfach nicht das Problembewusstsein wie gutes Trinkwasser sein soll, so der Experte. Gerade die Qualitätsfrage sei aber ein Riesenproblem.

"Unklar ist zudem auch, wer in der Stadt eigentlich am meisten Wasser verbraucht. Tatsache ist nur, dass der Verbrauch enorm ist und stetig wächst", so Eitel. Ein integriertes Wassermanagement fehle jedoch. Außerdem dürfte das Wasserleitungsnetz zahlreiche Lecks haben. Nachhaltigkeit soll trotz des Wachstums den Zugang zu Wasser gewährleisten. Dazu gehöre Vorhandenes effizient zu nutzen und rückzuführen, sowie der Frage nachzugehen, wohin nicht genutzte Ressourcen tatsächlich hingehen. "Doch ist nicht alles in Urumqi in schlechtem oder verbesserungswürdigem Zustand", erklärt Eitel. Eine moderne Wasseraufbereitungsanlage ist in der Lage, Wasser auf fast europäischen Standard aufzubereiten. "Allerdings wird das dort aufbereitete Wasser fast ausschließlich für die Bewässerung verwendet", so Eitel.

Zu den größten Problemen der deutschen Experten zählt die tatsächliche Erfassung der Situation. "Dies ist zum Teil sehr problematisch, weil manche Daten von städtischen Behörden, andere von der Provinzverwaltung erhoben wurde. Zwischen den Ämtern und Institutionen herrscht kein direkter Datenaustausch. Zudem gebe es die Tendenz, nur gute Daten in den Vordergrund zu stellen. "Es gibt zwei Motivationsgründe, warum wir Interesse an der Entwicklung von Urumqis Zukunft haben", so Eitel. Einerseits sei es der Know-how-Transfer, andererseits wirtschaftliche Interessen. "Umweltverschmutzung ist ein globales Problem geworden, das alle betrifft. Daher betreffen auch Lösungen alle", erklärt Eitel. Wir zeigen damit auch auf, dass sich Umweltschutz lohnt. Dazu führt Eitel ein Beispiel an: In der Umgebung Urumqis gibt es kaum Bäume, die sich für die Herstellung von Zellulose anbieten würden. Daher muss Zellulose und Papier von weit her gebracht werden. "Altpapiersammeln bringt die Zellulose direkt nach Urumqi", führt Eitel aus. Es gehe darum, Kreisläufe zu schließen. Das gleiche gelte auch für Blech- und Aluminiumbüchsen.

Eine weitere Besonderheit in Urumqi ist die Tatsache, dass die Stadt rasant wächst. Kaum ein Gebäude im Stadtzentrum ist älter als 20 Jahre. Danach werde es abgetragen und durch ein modernes Gebäude ersetzt. "Dies Stadt wächst wie ein gesamter Organismus", subsumiert der Wissenschaftler. Beim Bauen gebe es allerdings ziemlich große Fehler. Kaum ein Haus verfügt über Doppelfenster oder Fassade-Isolierungen. "Verbessert hat sich aber die Qualität der Raumluft, die in älteren Häusern aufgrund der Verwendung von Kohle zum Kochen und Heizen katastrophal war. Neue Gebäude werden jetzt meist an das Fernwärmenetz angeschlossen", erklärt Eitel.

Eitel sieht die Kooperation mit den Verantwortlichen in Urumqi als große Herausforderung. Es gehe nicht darum, dort als "besserwissender Europäer" aufzutreten, sondern eine Awareness für die Probleme zu schaffen. Das immense Wirtschaftswachstum und das Know-how werde nämlich dazu führen, dass die Schüler sehr schnell zu Lehrern für andere Städte avancieren. "Die Erfahrung, die wir geben soll nämlich transferfähig sein und Möglichkeiten zur Sensibilisierung bieten", erklärt Eitel abschließend.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
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