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Österreicher und Briten arbeiten zu lange

Arbeitswoche über EU-Durchschnitt - Reduktion sollte in jedem Sektor individuell stattfinden


Müdigkeit: Arbeitszeiten müssen auf EU-Durchschnitt (Foto: pixabay.com, Pexels)
Müdigkeit: Arbeitszeiten müssen auf EU-Durchschnitt (Foto: pixabay.com, Pexels)

Coventry (pte026/12.09.2019/13:30) - Angestellte in Österreich und Großbritannien arbeiten pro Woche mehr als Angestellte in allen anderen EU-Ländern außer Griechenland. Um Arbeitszeiten auf den EU-Durchschnitt zu bringen, ist eine Obergrenze für alle - wie in Frankreich - die falsche Lösung. Stattdessen müssten Staaten jeden Sektor einzeln behandeln. Das ergibt eine Studie von Robert Skidelsky, Professor an der University of Warwick http://warwick.ac.uk .

"Die Reduktion von Arbeitsstunden ist sowohl ethisch richtig als auch von den meisten Angestellten erwünscht. Viele müssen länger arbeiten, als sie wollen. Aber eine landesweite Obergrenze ist weder realistisch noch wünschenswert, da jede Grenze auf die Bedürfnisse verschiedener Sektoren eingehen muss", erklärt der Forscher.

Briten arbeiten eine Stunde mehr

Skidelsky hat in seiner Studie im Auftrag der britischen Labour Party untersucht, wie lange Angestellte in jedem EU-Land pro Woche arbeiten. Der Forscher analysierte auch anhand von Beispielen wie Frankreich, wo die Arbeitswoche im Jahr 1998 auf 35 Stunden reduziert wurde, wie Länder die Überarbeitung der Angestellten bekämpfen können.

Es zeigte sich, dass der EU-Durchschnitt bei 41,2 Wochenstunden liegt. Am längsten arbeiten mit 44,2 Stunden die Griechen. Doch auf dem zweiten Platz liegen Großbritannien und Österreich, wo Angestellte durchschnittlich 42,5 Stunden arbeiten. In Frankreich arbeiten Angestellte trotz der Obergrenze 40,4 Stunden pro Woche. Die kürzeste Arbeitswoche haben mit 38,5 Stunden die Dänen.

"Obergrenze weitgehend wirkungslos"

Laut der Studie sollten Staaten nicht wie in Frankreich eine Obergrenze für Arbeitswochen festlegen. "Nach kurzfristigen Auswirkungen auf die Arbeitswoche wurde die französische Gesetzgebung durch eine Ansammlung an Ausnahmen und Rechtslücken weitgehend wirkungslos", meint Skidelsky. Der Staat müsse die Arbeitszeiten für jeden Sektor einzeln reduzieren.

Nur Regelungen für jeden einzelnen Sektor könnten auf deren individuelle Anforderungen eingehen. Beispielsweise sei der Schlüssel für geringere Arbeitszeiten im verarbeitenden Gewerbe eine erhöhte Produktivität. Im Dienstleistungssektor, der laut Skidelsky in der britischen Wirtschaft sehr dominant ist, lasse sich Produktivität jedoch schwieriger erhöhen, weswegen eine gleiche Obergrenze für beide keinen Sinn mache.

(Ende)
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