pte19980308009 in Business
* Sprache verändert sich durchs Hören *
Experimente am MIT bestätigen Manipulierbarkeit
Cambridge (pte) (pte009/08.03.1998/14:10)
Sprachwissenschafter vom Massachusetts Institute of Technology im amerikanischen Cambridge haben in Experimenten festgestellt, daß unsere Aussprache vom Hören geprägt ist und dementsprechend manipuliert werden kann. Sie erhoffen sich durch jetzt Aufschlüsse über die Art und Weise, wie Laute, bedeutungstragende sprachliche Einheiten und ganze Wörter im Gehirn repräsentiert und als Segmente unterschieden werden.John F. Houde und Michael I. Jordan veränderten das akustische Feedback ihrer Versuchspersonen, indem sie diese vorgegebene einsilbige Wörter wie "pep" sagen ließen, ihnen über Kopfhörer aber beispielsweise "pip" oder "pap" einspielten. Nach einiger Zeit veränderte sich die Vokalisation der Versuchspersonen derart, daß sie "pep" (oder vergleichbare Silben) nicht mehr als "pep" aussprachen, sondern so, daß sie "pep" hörten. [Science] http://www.mit.edu
* Leseschwäche Folge von Hirnfunktionsstörung *
Bei Menschen mit Leseschwäche sind beim Entziffern geschriebener Worte andere Teile des Gehirns aktiv als bei Menschen, die fließend lesen können. "Dies gibt uns die Gewißheit, daß Leseschwäche eine reale biologische Grundlage hat", glaubt Sally E. Shaywitz von der Medizinischen Fakultät der Yale University. Sie leitet eine Untersuchung, die jetzt von der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science" veröffentlicht wird. Shaywitz und ihre Kollegen schauten dem Gehirn mit der Kernspinresonanz-Tomographie (MRI) beim Lesen zu, einem bildgebenden Verfahren, das auf einem Monitor die Teile des Gehirns aufleuchten läßt, die gerade am meisten arbeiten.
Bei normalen Lesern zeigte die Tomographie, daß ein Teil des Vorderhirns und ein Gebiet auf der hinteren Seite des Gehirns aktiv wurde. Bei den an Dyslexie leidenden Menschen leuchtete dieses Hirnareal nicht auf. Statt dessen zeigte eine Region stärkere Aktivität, die das gesprochene Wort kontrolliert - das sogenannte Broca-Areal. Das Problem der Leseschwachen ist wie "eine Panne im Schaltkreis, der für das Lesen zuständig ist", erklärt Shaywitz. Das Gehirn ist dann offensichtlich nicht in der Lage, Buchstaben oder Buchstabenkombinationen bestimmten Lauten zuzuordnen. Um diese Unfähigkeit zu kompensieren, bemüht das Gehirn das dafür eigentlich nicht zuständige Broca-Areal. [Nando-Net] http://mri.med.yale.edu/
* Sprachentalent angeboren *
Potsdam - Psycholinguisten der Universität Potsdam haben Kleinkinder auf ihre Strategien beim Erlernen der Muttersprache untersucht. Ergebnis: Die wichtigsten grammatikalischen Eigenschaften werden bereits bis zum dritten Lebensjahr erworben. Schon die Jüngsten reagieren auf falsche Wortsetzungen mit Unbehagen - auch wenn sie es noch nicht artikulieren können. "Kleinkinder hören länger auf Sätze mit korrekter Wortstellung als auf inkorrekte Sätze", so ein Wissenschafter. Die Ergebnisse decken sich mit Forschungen aus England und Frankreich: Die Fähigkeit, Sprachen zu erwerben, scheint - unabhängig von der Intelligenz - angeboren zu sein. (Ende)
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