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pte19980308001 in Business

Ärzte warnen vor Fettsucht-Epidemie

8,5 % aller Österreicher betroffen - Hohe Folgekosten bei fehlender Vorbeugung


Wien (pte) (pte001/08.03.1998/07:00)

Die Österreichische Adipositasgesellschaft warnt vor einem epidemiehaften Ansteigen der Fettsucht in der österreichischen Bevölkerung. "Übergewicht ist eine ernstzunehmende Erkrankung und muß unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden", forderte der Präsident der Gesellschaft, Univ.Prof. Dr. Hermann Toplak am vergangenen Wochenende auf einer Pressekonferenz in Wien. Grundlage der Adipositas-Therapie seien bewußteres Essen und mehr Bewegung, aber auch medikamentöse Unterstützung. Vor Radikalkuren sei abzuraten, so Toplak, da sie ein Gesundheitsrisiko darstellten und die Auswirkungen zeitlich beschränkt blieben.

Laut einer Studie des Instituts für Sozialmedizin der Universität Wien gelten derzeit 8,5% der Österreicherinnen und Österreicher ab dem 20. Lebensjahr als fettsüchtig - bei steigender Tendenz. Holland (4,5%), Italien und die Schweiz (6,5%) hätten niedrigere Prävalenzen. Die meisten Adipösen findet man laut der Studie im Burgenland (16%), die wenigsten in Tirol (6,6%). Wien liegt mit 12% bereits im oberen Durchschnitt. Der höchste Anteil an Adipösen sei sowohl bei Frauen wie Männern im Alter von 45 bis 75 festzustellen. Zur Definition der Adipositas wird der Body-Mass-Index (BMI) herangezogen, der sich aus dem Gewicht durch die Größe in m2 errechnet (kg/m2). Ab einem Faktor von 25 gilt man als übergewichtig, ab 30 als fettsüchtig.

Der Grazer Universitätsprofessor Dr. Thomas C. Wascher wies darauf hin, daß adipöse Personen durch die Folgekrankheiten (Zucker, Hochdruck, erhöhte Bluttfette) mit einer deutlich höheren Morbidität und Mortalität rechnen müssen. Die direkten und indirekten Kosten, die dem Gesundheitssystem daraus erwachsen, beliefen sich in den USA auf 3.000 Schilling pro Kopf der Bevölkerung im Monat (ohne Diätkosten, Medikamente). Dieser Wert dürfte auch für Österreich stimmen, meinte Wascher, der auch neue pharmakologische Therapiemöglichkeiten für die Zukunft aufzeigte. "Historisch gesehen ist die medikamentöse Therapie von Fettsucht aber eine Abfolge von Fehlschlägen", sagte Wascher.

Toplak beklagte, daß Adipositas in Österreich noch immer als schlichtes kosmetisches Problem gesehen wird. Die im Vorjahr gegründete Adipositasgesellschaft wolle der Adipositas jetzt als Erkrankung Anerkennung verschaffen, Therapiestrategien entwickeln helfen und verbreiten. Im Zentrum der Bemühungen steht laut Toplak die Notwendigkeit ärztlicher Basisdiagnostik und Begleitung der Gewichtsreduktion sowie die Verankerung qualifizierter diätischer Führung in der Therapie. Darüber hinaus werde es ein Anliegen sein, die Forschung auf dem Gebiet der Entstehung und Diagnostik der Adipositas voranzutreiben, meinte Toplak. (Info-Telefon: 0316/385-2274, Fax DW 3062). (Ende)
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