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05.06.2026 - 13:30 | pressetext.redaktion
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pts20260605013 in Business

NAS ist kein Backup: Wie ein verbreiteter Irrtum Unternehmensdaten gefährdet

RecoveryLab Datenrettung erklärt, warum Redundanz und Datensicherung zwei verschiedene Dinge sind


NAS mit RAID: Sinnvoller Ausfallschutz, aber kein Ersatz für ein Backup (Foto: RecoveryLab)
NAS mit RAID: Sinnvoller Ausfallschutz, aber kein Ersatz für ein Backup (Foto: RecoveryLab)

Bonn (pts013/05.06.2026/12:40)

Ein NAS mit RAID-Verbund steht heute in vielen Unternehmen. Die Geräte sind schnell eingerichtet, zentral erreichbar und bieten je nach Konfiguration einen wichtigen Ausfallschutz. Genau darin liegt aber auch ein häufiger Irrtum: Ein RAID kann die Verfügbarkeit erhöhen. Ein Backup ersetzt es nicht.

Ein RAID-Verbund schützt in erster Linie vor bestimmten Hardwareausfällen. Ein RAID 1 spiegelt Daten auf mindestens zwei Laufwerke. Ein RAID 5 verteilt Nutzdaten und Paritätsinformationen über mindestens drei Laufwerke und kann den Ausfall eines einzelnen Laufwerks tolerieren. Fällt eine Festplatte aus, kann das System unter passenden Voraussetzungen weiterlaufen. Genau dafür ist diese Architektur gedacht.

Was ein RAID dagegen nicht leistet: Es schützt nicht vor jedem Datenverlustszenario. Kritisch wird es, wenn mehrere Laufwerke gleichzeitig oder in ungünstiger Kombination ausfallen, wenn Firmware-Fehler das gesamte Volume unzugänglich machen oder wenn logische Inkonsistenzen nach abrupten Schreibabbrüchen entstehen. Auch versehentliches Löschen, Ransomware oder physische Schäden am Gerät werden durch RAID nicht verhindert.

Der entscheidende Unterschied: RAID arbeitet innerhalb des Produktivsystems. Eine Änderung an den Daten, ob durch Benutzerfehler oder Schadsoftware, wird unmittelbar auf den Verbund übertragen. Das RAID bewertet nicht, ob eine Änderung gewollt, fehlerhaft oder schädlich ist.

Was die Zahlen zeigen

Dass der Unterschied zwischen Backup und tatsächlicher Wiederherstellbarkeit in vielen Unternehmen unterschätzt wird, zeigt auch die KMU-Backupstudie 2025 von DATA REVERSE® Datenrettung. Für die Studie wurden 285 kleine und mittelständische Unternehmen zu ihrem Backup-Verhalten befragt.

77 Prozent der Befragten sichern ihre Daten mindestens wöchentlich, 24 Prozent sogar täglich. Gleichzeitig gaben 72 Prozent an, die Funktionsfähigkeit ihrer Backups selten oder überhaupt nicht zu prüfen. Genau hier liegt das Risiko: Ein Backup ist erst dann belastbar, wenn nicht nur die Sicherung, sondern auch die Wiederherstellung funktioniert.

Auch hybride Lösungen aus Cloud und lokalem Speicher müssen sauber geplant sein. Entscheidend ist, ob der lokale Speicher tatsächlich als unabhängige Sicherungskopie dient oder lediglich als weiteres dauerhaft angebundenes NAS im Netzwerk betrieben wird.

Was ein belastbares Backup-Konzept ausmacht

Ein belastbares Backup-Konzept braucht mehr als Redundanz. Es muss vom Produktivsystem getrennt sein, vor ungewollten Änderungen geschützt werden und regelmäßig getestet werden.

Die bekannte 3-2-1-Regel beschreibt diesen Ansatz: drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Medientypen, davon eine Kopie außerhalb des Standorts. Ein NAS kann Teil einer solchen Strategie sein. Es darf aber nicht mit der gesamten Strategie verwechselt werden.

Wichtig ist außerdem die Wiederherstellungsprüfung. Ein Backup ist erst dann belastbar, wenn nicht nur die Sicherung, sondern auch die Rücksicherung erfolgreich getestet wurde. Gerade im Unternehmensumfeld entscheidet im Ernstfall nicht allein, ob Daten irgendwo gespeichert wurden, sondern ob sie schnell, vollständig und strukturiert wieder verfügbar gemacht werden können.

RecoveryLab: Datenrettung, wenn Redundanz und Backup nicht ausreichen

RecoveryLab Datenrettung mit Sitz in Bonn führt seit über 20 Jahren professionelle Datenrettungen durch. Im Labor zeigen sich regelmäßig Fälle, in denen NAS- und RAID-Systeme ausgefallen sind, obwohl sie ursprünglich als sichere Speicherlösung gedacht waren.

Typische Ursachen sind defekte Festplatten, beschädigte RAID-Metadaten, fehlerhafte Firmware-Prozesse, unterbrochene Schreibvorgänge oder logische Schäden am Dateisystem. Besonders kritisch wird es, wenn kein unabhängiges, geprüftes Backup existiert und geschäftskritische Daten nur noch auf dem betroffenen NAS-System liegen.

"Ein RAID ist sinnvoll, aber es ist kein Ersatz für Datensicherung", erklärt RecoveryLab Datenrettung. "Es kann die Verfügbarkeit erhöhen, schützt aber nicht vor allen Ursachen von Datenverlust. Unternehmen sollten deshalb klar zwischen Redundanz, Backup und Wiederherstellbarkeit unterscheiden."

Wer ein NAS als zentrale Ablage betreibt und zusätzlich ein unabhängiges, getestetes Backup vorhält, reduziert sein Risiko erheblich. Wer das NAS dagegen gleichzeitig als Produktivsystem und als einzige Sicherung betrachtet, erkennt die Schwachstelle oft erst dann, wenn keine Zeit mehr bleibt.

(Ende)
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