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pts20260602011 in Leben

Kein Gott, kein Gen, kein Zufall: Nur der Mensch macht Menschen menschlich

Beat Fehrs radikale These: Menschlichkeit ist kein Natur-Geschenk – sie ist unser erlerntes Erbe


Basel (pts011/02.06.2026/09:05)

Was macht uns zu Menschen? Diese Frage ist so alt wie das Denken selbst. Die Antworten, die über Jahrtausende gegeben wurden, klingen vertraut: Bewusstsein. Empathie. Eine unsterbliche Seele. Vernunft. Gewissen. Kreativität. Die Fähigkeit zu lieben, zu trauern, zu zweifeln. Und letztlich — Gott. Beat Marius Fehr, Schweizer Denker, Unternehmer und Autor des Buches «Vebubiku — Das Buch vom Glauben zu Wissen», hält all das für eine noble Selbstüberschätzung. Seine Antwort ist kürzer, radikaler und im Kern unwiderstehlich logisch: «Nur der Kontakt zu anderen Menschen macht aus einem Menschen einen Menschen. Die Genetik ist verantwortlich für unser Aussehen und unsere körperlichen Fähigkeiten. Aber erst das 'Pränatale in Menschen sein' und das lebenslange Lernen 'Um Menschen' bringen diese zur vollen Blüte.» : www.vebubiku.com

Das Experiment, das niemand wagen darf

Um seine These zu schärfen, greift Fehr zu einem Gedankenexperiment, das in seiner Konsequenz verstört. Er nennt sein hypothetisches Versuchsobjekt Homo nullus — ein Mensch, der von der Befruchtung der Eizelle an und während seiner gesamten Lebensspanne keinerlei Kontakt zu anderen Menschen hatte. Nehmen wir an, die Eizelle würde in vitro befruchtet und dann in einer künstlichen Gebärmutter (Ektogenese, heute im Versuchsstadium mit Tieren) heranwachsen — oder von einer Schimpansin oder einem genmanipulierten Schwein ausgetragen. Wissenschaftler (zum Beispiel als Sträucher verkleidet) und Cyborgs wären für die Aufzucht verantwortlich. Das weitere Leben des Homo nullus würde akribisch verfolgt und kontrolliert, damit er keinerlei menschliche Information erhält. (Klar — das wäre unmöglich und ethisch absolut verwerflich. Darum ist es auch nur ein Gedankenexperiment.)

Was wäre das Ergebnis, fragt sich Fehr? Wäre es optisch ein Mensch? Was wäre mit allen körperlichen Entwicklungen, und vor allem mit seinen geistigen und sozialen Fähigkeiten? Fehr geht davon aus, dass Menschlichkeit keine Eigenschaft ist, die wir mitbringen. Sie ist eine Eigenschaft, die wir erwerben — Sekunde für Sekunde (23 Millionen Sekunden allein im Mutterleib), dann durch Nachahmung, durch das tägliche Eintauchen in eine Welt, die von anderen Menschen geformt wurde. Bewusstsein, Empfindungen, Gewissen, Sprache, emotionale Intelligenz — all das sind nicht Beweise für eine Sonderstellung im Universum. Es sind die Früchte einer lebenslangen, kollektiven Programmierung.

Die Idee dazu

Fehr ist die Idee in seinen verschiedenen KI-Vorträgen während der Diskussionen mit dem Publikum gekommen: Ein lernendes System wird ebenfalls nur von Menschen «gefüttert» — genau wie der Mensch selbst. Nach langer Recherche hat er keine einzige Abhandlung gefunden, die das Thema der menschlichen Abkopplung ab der Befruchtung in dieser Konsequenz aufgegriffen hätte. Bestehende Sozialisations-Theorien beginnen postnatal — bei den Wolfskindern, bei Hegel, bei Aristoteles. Fehrs These setzt neun Monate früher an.

Eine Botschaft mit Sprengkraft

Fehrs Schlussfolgerung ist klar — und sie wird manchen schockieren: Wir wurden nicht von einem Schöpfer als Menschen erschaffen. Wir werden zu Menschen, weil wir von der Befruchtung an in und um Menschen herum sind. Das klingt nach Materialismus. Nach kalter Reduktion. Aber Fehr meint das Gegenteil: Wenn Menschlichkeit kein Geschenk des Himmels ist, sondern das Ergebnis menschlicher Zuwendung, Sprache und Präsenz — dann trägt jeder Mensch Verantwortung dafür, was aus dem nächsten wird. Die Frage «Was macht uns zu Menschen?» ist damit keine philosophische Spielerei mehr. Sie ist ein Auftrag.

Beat Marius Fehr, bekannt als Denkmechaniker, ist Autor, Unternehmer und Vordenker aus der Schweiz. Mit seinem IPSMO-Modell und dem Buch «Vebubiku — Das Buch vom Glauben zu Wissen» stellt er grundlegende Annahmen über Intelligenz, Lernen und das Wesen des Menschen zur Diskussion.

Mehr über Beat Marius Fehr und seine Arbeit: www.vebubiku.com

Kontakt zum Autor — ausdrücklich erwünscht: Q2A@vebubiku.com

(Ende)
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