Handelshemmnisse bremsen deutsche Firmen aus
DIHK-Umfrage unter 2.400 Unternehmen belegt steigende Unsicherheit durch Zölle und mehr Auflagen
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Unternehmer am Verzweifeln: Handelshemmnisse belasten die Wirtschaft (Bild: ChatGPT/Dall-E) |
Berlin (pte021/24.03.2026/12:30)
Mehr als zwei Drittel der auslandsaktiven Unternehmen in Deutschland fühlen sich aufgrund von Handelshemmnissen in ihrer Geschäftsentwicklung beeinträchtigt. Zu dem Befund gelangt die Umfrage "Going International 2026" der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) - so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Der freie Welthandel bekomme immer tiefere Risse.
US-Geschäft am Scheideweg
"Unsere Unternehmen stoßen weltweit auf mehr Zölle, mehr Auflagen, mehr Unsicherheit. Das bremst Wachstum und kostet Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt ganz aktuell der Krieg im Iran mit seinen Auswirkungen auf den internationalen Handel: Containerhandel und Luftfracht werden dadurch zusätzlich erheblich teurer", so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.
Die zarte Erholung der deutschen Wirtschaft droht immer mehr vom eskalierenden Krieg im Nahen Osten abgewürgt zu werden - insbesondere durch steigende Energiepreise, Inflationsrisiken und wachsende Unsicherheit in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung, so eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, wie pressetext berichtete.
Von den 2.400 befragten Unternehmen, die im vergangenen Jahr mehr Handelshemmnisse in ihrem Auslandsgeschäft festgestellt haben, sehen sich vor allem mit höheren Zöllen konfrontiert. Knapp zwei Drittel dieser Betriebe berichten von steigenden Zollbelastungen - 86 Prozent von ihnen spüren die Auswirkungen besonders deutlich beim Handel mit den USA.
Neben Zöllen belasten nicht-tarifäre Handelsbarrieren: Besonders oft genannt werden lokale Zertifizierungsvorschriften (51 Prozent) und strengere Sicherheitsanforderungen (37 Prozent). Auch Exportkontrollen stellen für mehr als ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) eine Herausforderung dar - besonders im US- (41 Prozent) und Chinageschäft (29 Prozent).
Auch Nachholbedarf in Europa
Doch auch in Europa gibt es Probleme: 83 Prozent der Firmen sehen EU-Regulierungen als eine Belastung für ihr Auslandsgeschäft: Lieferkettenvorgaben, Berichtspflichten, Regelungen für Verpackungen oder der CO2-Grenzausgleich treiben Aufwand und Kosten in die Höhe. "Unsere Unternehmen stehen unter doppeltem Druck", verdeutlicht Treier die Lage der DIHK-Mitglieder.
"Während weltweit neue Barrieren entstehen, verschärfen wir in Europa die Regulierung sogar noch weiter. Das schwächt unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb zusätzlich", kritisert der Wirtschaftsexperte. Gleichzeitig würden viele Betriebe gezielt nach neuen Absatzmärkten suchen. Besonders Indien und Teile Lateinamerikas rückten in den Fokus.
Das geplante EU-Indien-Abkommen sowie das unterzeichnete EU-Mercosur-Abkommen nähren laut der Interessenvertretung Hoffnungen auf neue Wachstumsimpulse. "Diversifizierung ist längst keine strategische Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Wer seine Märkte breiter aufstellt, wird widerstandsfähiger gegenüber politischen Risiken", meint Treier.
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