Unternehmen schummeln beim Umweltschutz
Selbst gesetzte Ziele werden laut Chalmers-Wissenschaftlern oftmals nur unzureichend verfolgt
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Hans Hellsmark: Forscher sieht Widersprüche bei Klimaschutzbemühungen (Bild: chalmers.se) |
Göteborg (pte002/13.03.2026/06:05)
Die Klimaziele, die sich schwedische Unternehmen setzen, stimmen häufig nicht mit dem überein, was sie wirklich in dieser Beziehung tun. Diesen Vorwurf erheben Forscher der Technischen Universität Chalmers. Sie haben untersucht, wie die 20 größten industriellen Emittenten Schwedens auf das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2045 hinarbeiten.
Eindeutiger Zusammenhang fehlt
Die Analyse stützt sich auf Emissionsstatistiken, Projektdaten aus dem Programm "Industriklivet" der schwedischen Energiebehörde und dem Programm "Klimatklivet" der schwedischen Umweltschutzbehörde sowie auf Netzwerkanalysen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und anderen Akteuren. Laut den Ergebnisse gibt es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen hehren Klimazielen und konkreten Maßnahmen.
"Große Industrieunternehmen sind nicht nur Teil des Klimaproblems, sie sind auch ein wesentlicher Teil der Lösung", sagt Forschungsleiter Hans Hellsmark. Einige Unternehmen mit ehrgeizigen Klimazielen beteiligten sich an relativ wenigen Übergangsprojekten, während andere - mit weniger prominenten Zielen - sehr aktiv an Initiativen wie Wasserstoff, Elektrifizierung und Kohlenstoffabscheidung engagiert seien.
Die wissenschaftliche Untersuchung zeigt ebenfalls, dass Unternehmen unterschiedliche Rollen im Übergang einnehmen: Einige treiben den Forschern zufolge technologische Durchbrüche voran, andere bauen kritische Infrastruktur auf, einige testen Lösungen Schritt für Schritt und einige bleiben eher passiv.
Erreichen der Klimaziele wichtig
In Schweden sind die 20 größten industriellen Emittenten für fast ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich. Gleichzeitig sind sie tief in das bestehende Industriesystem eingebettet, mit großen Anlagen, langen Investitionszyklen und engen Verbindungen zu Lieferanten, Kunden, Vorschriften und Politik.
"Das bedeutet, dass ihre strategischen Entscheidungen - beispielsweise, in welche Technologien sie investieren und welche Kooperationen sie eingehen - entscheidend dafür sind, ob wir die Klimaziele tatsächlich erreichen", so Hellsmark. Mehrere Firmen mit hohen Ambitionen, wie die Versorger Preem und E.ON sowie Höganäs, zeigten begrenztes Engagement, während der Stahlverarbeiter LKAB als Akteur mit mittleren Ambitionen das höchste Engagement unter allen Emittenten habe.
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