FPSB Deutschland: Diese zehn zentralen Trends führen zu einem epochalen Wandel im Private Banking
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Finanzplanung ist Lebensplanung (Foto: iStock) |
Frankfurt am Main (pts023/03.03.2026/11:15)
Wir sehen derzeit eine Vielzahl von Veränderungen in der Welt – Maximilian Kleyboldt, Vorstand des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland), hat daraus zehn Trends identifiziert, die das Private Banking maßgeblich beeinflussen und erläutert, welche Herausforderungen damit einhergehen.
Die Welt ist im Umbruch. Politisch, wirtschaftlich, aber auch in gesellschaftlicher Hinsicht. "Und daraus ergeben sich eine ganze Reihe von Entwicklungen, die auch das Private Banking betreffen", stellt Maximilian Kleyboldt, CFP®, Vorstand des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) und Direktor im Wealth Planning bei der Bethmann Bank, fest. Im Folgenden hat er zehn zentrale Trends zusammengefasst, die das Private Banking und das Wealth Management transformieren:
Zehn zentrale Trends im Private Banking
1. Ganzheitliche Finanzplanung wird zur neuen Beratungspflicht
Die ganzheitliche Asset Allocation, die Integration illiquider Vermögenswerte, Simulationen, stichhaltige Finanzplanung und Lebensziele rücken zunehmend in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt einer "guten" Beratung ist eine Vermögensbilanz, nicht nur das Wertpapierportfolio. Eine wirklich ganzheitliche Beratung macht den Unterschied. Denn eine Vermögensverwaltung bieten viele an. Eine "gute" Vermögensverwaltung ist aber Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wirken am Markt. Sie muss eine hohe Qualität aufweisen und in jedem Fall dem Kunden bereitgestellt werden. Ganzheitliche Allokationsberatung ist nicht die Kür, sondern die neue Pflicht. Der Berater als Trusted Advisor ist das Erfolgsmodell. Im Kern geht es um die Anwendung und das Verständnis der Methodik des Financial Planning. Simulationen und die Diskussion von Gestaltungsoptionen helfen bei der Abbildung der strategischen Ziele.
2. Vermögensstrukturberatung: Strategische Asset-Allokationsberatung für das gesamte Vermögen als Differenzierungsmerkmal
Die Zukunft liegt in langfristigen, wissenschaftlich fundierten Allokationsmodellen – was die Private Markets, Immobilien, Unternehmertum und alternativen Anlagen miteinschließt. Denn Diversifikation ist der zentrale Wachstums- und Stabilitätsfaktor. Bei der Vermögensstrukturberatung und Institutionalisierung bzw. bei der rechtsformübergreifenden Beratung von Vermögen müssen steuerrechtliche Rahmenbedingungen für Privatvermögen und für Gesellschaftsvermögen beachtet werden. Es geht also darum, vor der Anlage die Frage zu stellen, in welcher Hülle das Vermögen gehalten werden soll. Dabei müssen unterschiedliche Rechtsformhüllen, wie klassisches Privatvermögen, GmbH, KG, Versicherungen oder Familienstiftung berücksichtigt werden. Maßgeblich sind dabei die Ziele der Vermögensinhaber. Bei liquiden Großvermögen können Spezialfonds in Bezug auf Herausforderungen beim Management von Wertpapiervermögen eine mögliche Alternative zu einem Family Office sein.
3. Digitale Transformation und hybride Beratung prägen das Kundenerlebnis
Omni-Channel-Kommunikation, KI-basierte Analysen und digitale Konsolidierungstools erhöhen die Transparenz und die Effizienz. Technologie stärkt die Beratung – ersetzt sie aber nicht. Financial Wellbeing wird zum Differenzierungsmerkmal, da Kunden zunehmend neben der Rendite auch emotionale Entlastung und Übersicht erwarten. Dabei ergänzt Technologie den Menschen, denn dieser ist nach wie vor nicht ersetzbar, vor allem nicht im Private Banking. Im Retail Banking zeigen sich noch größere Veränderungen. Dort wird die Technologie mittels KI in den Kern von Produkten, Prozessen und Kundeninteraktionen integriert, was letztlich zur KI-orientierten Retail-Bank führt.
4. Nachfolge und Generationenberatung wird zum strategischen Erfolgsfaktor
Die größte Vermögensübergabe der Geschichte hat begonnen. Wer heute Familien und Unternehmer generationenübergreifend begleitet, gewinnt morgen stabile Kundenbeziehungen. Erfolgsfaktoren sind Estate Planning, emotionale Kompetenz sowie professionelles Gestalten von Governance- und Nachfolgestrukturen – vom "Probesterben" bis zur Family-Governance. Intelligente Lösungen im Nachfolgeinstrumentenkasten reichen von der Vermögensplanung mit Versicherungen und somit mit liquiden Vermögen bis hin zum Depotnießbrauch.
5. NextGen ist bereits eine eigenständige Zielgruppe
Junge Vermögende erwarten Nachhaltigkeit, digitale Erlebnisse, Sinnorientierung und unternehmerische Denkweisen. Sie verbinden hohe Autonomiewünsche mit dem Bedarf nach vertrauensvoller Guidance.
6. Philanthropie-Beratung: Professionalisierung eines bisherigen Nischenfeldes
Philanthropie-Beratung entwickelt sich zunehmend von einem Nischenangebot zu einer professionellen Beratungsleistung, die Menschen und Organisationen dabei unterstützt, ihr gemeinnütziges Engagement strategisch, wirkungsorientiert und im Einklang mit ihren persönlichen Werten zu gestalten.
7. ESG-Ermüdung – aber Impact Investing setzt neue Akzente
Nach Jahren der Euphorie zeigt sich eine deutliche ESG-Skepsis. Trotzdem bleibt Nachhaltigkeit Pflicht – sie muss aber glaubwürdig sein, also wirkungsorientiert und ohne Marketinghülle. Impact Investing ist für wirklich interessierte Kunden zukunftsträchtig.
8. Blockchain & digitale Assets etablieren sich als ernstzunehmende Assetklasse
Krypto-Assets werden zunehmend als Bausteine für institutionelle und private Portfolios diskutiert. Sie bieten Diversifikation, erfordern jedoch professionelles Risikomanagement und technisches Verständnis. Private Banking-Abteilungen entwickeln hierfür zunehmend Kompetenzmodelle, tun sich jedoch grundsätzlich schwer.
9. Private Markets & alternative Investments gehen in den Mainstream
Private Equity, Infrastruktur und Private Debt sind auf dem Weg in den Mainstream des Private Banking – dank neuer regulierter Strukturen wie ELTIF.
10. Höhere Anforderungen an Beraterkompetenz und Spezialisierung: CFP®- und CFEP®- Professionals als höchste Ausbildungsstufe im Private Banking
Persönliche Beratungskompetenz wird immer wichtiger und das erfordert eine entsprechende Qualifizierung und Ausbildung. Eine CFP®-Zertifizierung gilt als Goldstandard in der qualifizierten Vermögensberatung. Da Generationenberatung und Estate Planning in der Beratung privater Kunden ein klares Wachstumsfeld darstellen, ist der Studiengang zum CGA® CERTIFIED GENERATIONS ADVISOR und zum CERTIFIED FOUNDATION AND ESTATE PLANNER (CFEP®) eine wertvolle Investition. Erfolgsfaktoren sind zum einen die grundsätzliche Befähigung der Vertriebsmitarbeiter ganzheitlich und strukturiert zu arbeiten und zum anderen der Aufbau von Wealth-Planning-Spezialistenteams durch entsprechende Ausbildungsprogramme. Der Mehrwert von Wealth Planning liegt in der strategischen Gesamtbetrachtung im Gegensatz zu isolierten Einzelentscheidungen – nochmals mehr als klassisches Financial Planning im engeren Sinne. Dadurch lassen sich Risiken reduzieren, Chancen gezielt nutzen und Vermögenswerte langfristig erhalten. Wealth-Planning-Einheiten neben Relationship Managern ermöglichen eine klare Arbeitsteilung aus Beziehungskompetenz und fachlicher Spezialisierung. Das steigert die Beratungsqualität, die Effizienz und die Kundenbindung und positioniert die Privatbank als ganzheitlichen strategischen Partner statt als reinen Investmentanbieter. Aus Vertriebssicht gehört das Empfehlungsmanagement als fester Bestandteil in die Beratung. Behavioral Private Banking und emotionale Kompetenz sind ebenfalls als Erfolgsfaktoren der Zukunft zu nennen.
Über den FPSB Deutschland e.V.
Das Financial Planning Standards Board Ltd. - FPSB ist ein globales Netzwerk mit derzeit 28 Mitgliedsländern und über 236.000 Zertifikatsträgern. Dessen Ziel ist es, den weltweiten Berufsstandard für Financial Planning zu verbreiten und das öffentliche Vertrauen in Financial Planner zu fördern. Das Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) mit Sitz in Frankfurt/Main gehört seit 1997 als Vollmitglied dieser Organisation an.
Zentrale Aufgabe des FPSB Deutschland ist die Zertifizierung von Finanz- und Nachfolgeplanern nach international einheitlich definierten Regeln. Wichtige Gütesiegel sind der CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professional, der CERTIFIED FOUNDATION AND ESTATE PLANNER, der EFPA European Financial Advisor® EFA und der CGA® CERTIFIED GENERATIONS ADVISOR. Der FPSB Deutschland hat ferner den Anspruch, Standards zur Methodik der ganzheitlichen Finanzberatung zu setzen. Dafür arbeitet der FPSB Deutschland eng mit Regulierungs- und Aufsichtsbehörden, Wissenschaft und Forschung, Verbraucherschützern sowie Presse und interessierter Öffentlichkeit zusammen.
Ein weiteres Anliegen des FPSB Deutschland ist die Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung. Zu diesem Zweck hat der Verband den Verbraucher-Blog https://www.frueher-planen.de lanciert. Er informiert neutral, anbieterunabhängig und werbefrei über alle relevanten finanziellen Themen und beinhaltet drei Online-Rechner zur Berechnung der Altersrente und der Basisrente sowie zur Optimierung der Fondsanlage.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.fpsb.de
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(Ende)
| Aussender: | FPSB Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. |
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