Übernahmen kosten Jobs sowie Einkommen
Laut Analyse der ROCKWOOL Foundation Berlin verlieren die meisten Unternehmen zudem Umsätze
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Einer muss gehen: Übernahmen sind oft von Entlassungen geprägt (Bild: pixabay.com, geralt) |
Berlin (pte018/02.03.2026/13:55)
Übernahmen sind weder gut für die Arbeitsplätze oder die Einkommen der Mitarbeiter noch für den Umsatz der beteiligten Unternehmen. Zu dem Schluss kommt Jakob Beuschlein von der ROCKWOOL Foundation Berlin. Untersucht wurden Tausende Firmenkäufe in Schweden von 1997 bis 2018.
Schlechtere Bezahlung
"Viele Übernahmen gehen mit Entlassungen und daher geringeren Einkommen für die Arbeitnehmer einher. Und selbst diejenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten, müssen oft geringere Lohnerhöhungen hinnehmen", sagt Wirtschaftsforscher Beuschlein.
Der Experte kann dies mit Zahlen untermauern: Nach fünf Jahren sind die Arbeitseinkommen der Beschäftigten rund neun Prozent niedriger, als wenn sie in ähnlichen Firmen gearbeitet hätten, die nicht an Übernahmen beteiligt waren, heißt es in der neuen Analyse.
Wachstum ausgebremst
Das Gros der Einkommensnachteile komme aus Entlassungen, denn 30 Prozent der Jobs der kombinierten Firmen würden durchschnittlich gestrichen. Die Arbeitnehmer erlebten dann entweder Arbeitslosigkeit oder gehen in andere Firmen, wo sie ebenfalls weniger verdienen.
Aber auch bei dementsprechend weiterbeschäftigten Arbeitnehmern fallen die Löhne nach fünf Jahren 1,5 Prozent niedriger aus als in vergleichbaren Unternehmen, so Beuschlein. Ursächlich hierfür sei vor allem ein geringeres Lohnwachstum bei ihnen.
Übernahme ohne Erfolg
"Die Zahl der Arbeitsplätze in den übernehmenden Firmen steigt zunächst mechanisch um 37 Prozent. Sie liegt nach fünf Jahren aber nur noch 19 Prozent höher als in vergleichbaren Firmen. Das gilt auch für die Umsätze. Sie nehmen zunächst zu um 20 Prozent", schreibt er.
Nach fünf Jahren allerdings würde die Zahl nur noch fünf Prozent über der von vergleichbaren Unternehmen liegen. "Betrachtet man beide Firmen zusammen, sind die Umsätze nach fünf Jahren durchschnittlich 40 Prozent niedriger als in vergleichbaren Unternehmen."
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