Wüstenstaaten finden Bausand künftig daheim
Wissenschaftler machen aus Kombination von Holz und Hitze innovativen botanischen Beton
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Sanddüne: Jetzt wird Wüstensand zum Baumaterial (Foto: Norbert Kutyik, pixabay.com) |
Trondheim/Tokio (pte005/03.02.2026/06:15)
Ein neues Verfahren von Forschern der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) und der Universität Tokio macht Wüstensand als Baumaterial in Wüstenstaaten brauchbar. Konkret geht es bei der Innovation um botanischen Sandbeton. Dieser entsteht durch Heißpressen eines Gemischs aus feinem Sand und Holzpartikeln.
Alternative zu "richtigem" Beton
Bei dem neuen Prozess entstehen Bauteile, die ebenso fest sind wie eine zuvor entwickelte Alternative zu "richtigem" Beton. Dazu vermischen die Forscher gemahlenen Beton aus der Recycling-Anlage mit Holzpartikeln und pressen das Gemisch unter Wärmezufuhr zu Pflastersteinen.
Dies hatten zuvor ähnliche Eigenschaften wie die aus Beton, und der botanische Sandbeton steht diesem in nichts nach, heißt es. Die Forscher probierten viele verschiedene Methoden aus, um dieses Material herzustellen. Sie testeten unterschiedliche Temperaturen, Pressdrücke und Sandarten.
Gemahlen wurden die Partikel solange, bis sie allenfalls noch 300 Mikrometer groß waren. Beim Wüstensand, den die Experten aus Namibia bezogen, konnten sie auf den Mahlprozess verzichten. Dieser hat von Haus aus die richtige Körnung. Der Wüstensand ist für diese Verwendung tatsächlich hervorragend geeignet.
Beschränkung auf Innenräume
"Alle bisherigen Experimente fanden im Labor der Universität Tokio statt. Wir haben getestet, wie verschiedene Faktoren die Festigkeit und Dichte der Materialien beeinflussen, darunter Temperatur, Mischungsverhältnis, Druck, Presszeit und verschiedene Sandarten", so NTNU-Postdoktorand Ren Wei.
Derzeit sehen die Forscher eine Verwendung in Innenräumen vor, aber mit weiterer Entwicklung könne botanischer Sandbeton Teil der nachhaltigen Baumaterialien der Zukunft werden. Dann könnte die Sandproduktion etwa in Europa heruntergefahren werden, womit die Eingriffe in die Natur sinken.
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