pts19981111014 in Business
Windows für multifunktionale Chipkarten
Wien (pts014/11.11.1998/14:37)
Microsoft hat eine Standardplattform angekündigt, die das Windows-Betriebssystem für Chipkarten-Lösungen in der Zutrittskontrolle, der Personenidentifikation und weiteren Einsatzbereichen erschließt. "Smart Cards for Windows" ermöglicht Anbietern, Entwicklungs- und Betriebsumgebungen auf der Basis Windows für ihre Chipkarten-Anwendungen zu nutzen. Von dieser Erweiterung der Windows-Familie profitiert insbesondere Europa, wo der überwiegende Teil der 1,1 Milliarden Smartcards, die 1997 weltweit im Umlauf waren, ausgegeben und eingesetzt wird. Eine Betaversion von Smart Cards for Windows ist voraussichtlich im Januar 1999, die Endversion im ersten Quartal 1999 verfügbar.Microsoft bringt unter dem Namen "Smart Cards for Windows" ein neues Betriebssystem auf den Markt, das speziell für den Einsatz von multifunktionalen Chipkarten, sogenannten Smartcards, konzipiert ist. Das 8-Bit-Betriebssystem für Smartcards mit acht KByte ROM (Read-only Memory, Festwertspeicher) bringt den Komfort des Modells, das sich im Bereich der PC-Software als Standard etabliert hat, in die Entwicklung von Chipkarten-Anwendungen: Ein großes Netz von unabhängigen Softwareentwicklern schreibt mit Standardwerkzeugen Anwendungen für ein verbreitetes Betriebssystem. Kartenbenutzer bekommen dadurch eine große Auswahl an Applikationen. Bisher war der Markt für Chipkarten von proprietären Lösungen geprägt, in denen Betriebssystem und spezifische Lösungen untrennbar aneinander gebunden waren. Smart Cards for Windows bricht diese Bindung auf und schafft damit die Voraussetzungen für einen freien Anwendungsmarkt im Bereich der Chipkarten.
In der Entwicklung für Smart Cards for Windows können dieselben Tools - Microsoft Visual C++ und Microsoft Visual Basic - verwendet werden wie für andere Windows-Versionen. Weitere entwicklungsrelevante Gemeinsamkeiten sind die Betriebs- und die von Programmiersprachen unabhängige Entwicklungsumgebung. Vorhandenes Know-how kann damit im Unterschied zu proprietären Ansätzen uneingeschränkt auch in der Entwicklung von Anwendungen für Smartcards genutzt werden. Gleichzeitig ist ihre Kompatibilität zum PC sichergestellt. Smartcards können als attraktive Alternative für den Zugriff auf PC und Internet, als direkte und sichere Erweiterung von PC-Netzwerken genutzt werden. Für Anbieter von Kartenlösungen ist der mit Smart Cards for Windows verfolgte Ansatz aus zwei weiteren Gründen von besonderem Vorteil: Sie können Komponenten von unterschiedlichsten Lieferanten frei kombinieren, und die Kosten für eine Smartcard liegen erheblich unter denjenigen bisheriger Lösungen.
Applikationen beschleunigen Wachstum
Studien von verschiedenen Beratungs- und Marktforschungsunternehmen haben ergeben, daß die mit Smart Cards for Windows verbundenen Eigenschaften entscheidend für eine höhere Akzeptanz von Smartcards sind. Dataquest erwartet aufgrund einer kürzlich durchgeführten Erhebung bei Smartcards mit Speicherkapazität und Mikroprozessoren ein Wachstum auf 3,4 Milliarden Karten bis 2001. 1997 waren weltweit 1,1 Milliarden Karten im Umlauf, der überwiegende Teil davon wurde in europäischen Märkten ausgegeben und genutzt.
Als wesentliche Triebkraft für ein schnelles Wachstum wurde neben der kompakten Größe und dem hohen Sicherheitsniveau von Smartcards die Verfügbarkeit von Anwendungen ausgemacht. Die vielversprechendsten Anwendungsbereiche finden sich im Zahlungswesen (Electronic Cash), in der Zugangskontrolle zu Gebäuden und anderen Sicherheitszonen, im Zugriff auf Computer und Netzwerke sowie bei Kundenkarten. Ein besonders schnelles Wachstum wird dem Markt für Karten vorausgesagt, die für mehrere Anwendungen ausgelegt sind. Während sich heute die meisten Karten auf eine einzige Funktion beschränken, können Smartcards der neuen Generation gleichzeitig für mehrere Zwecke genutzt werden. Auf einer einzigen Karte lassen sich beispielsweise Geld, "Frequent flyer"-Meilen und Reisepräferenzen speichern, oder sie kann gleichzeitig sowohl für den Zugang zu einem Gebäude als auch zu einem Netzwerk dienen.
Smart Cards for Windows stellt die für derartige Anwendungen erforderlichen Plattformfunktionen bereit. Das Dateisystem, ein sogenanntes Multi-partition File System, trennt Daten physisch so voneinander, daß mehrere Anwendungen gleichzeitig auf einer Karte laufen können. Regeln für die Zugangskontrolle legen fest, wer eine Zugriffsberechtigung für bestimmte Dateien auf der Karte oder andere Speichermedien besitzt. Zuschaltbare Verschlüsselungsalgorithmen, die von Entwicklern und Anwendern spezifiziert und dem jeweiligen Sicherheitsbedürfnis entsprechend ausgestaltet werden können, sorgen für die nötige Sicherheit. Smart Cards for Windows unterstützt zudem bereits vorhandene Standards für Chipkarten wie ISO 7816-4.
Unterstützung für Smart Cards for Windows
Das neue Betriebssystem ist Teil der Microsoft-Strategie für Chipkarten. Weitere Bestandteile sind die PC Smart Card Initiative, die die Netzwerkauthentizierung beim Logon von Windows 2000 (früherer Name Windows NT 5.0) ermöglicht, sowie Logo- und Zertifizierungsprogramme für Hersteller von Lesegeräten für Chipkarten. Smart Cards for Windows wird bereits von mehreren renommierten Unternehmen unterstützt, darunter von Schlumberger, Gemplus, Merrill Lynch und Cable & Wireless.
Die erste Betaversion von Smart Cards for Windows ist für den Jänner 1999 geplant. Die endgültige Version ist voraussichtlich im ersten Quartal 1999 verfügbar. Die jeweils aktuellsten Informationen sind unter http://www.microsoft.com/smartcard zu finden. (Ende)
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