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pte20190719015 Bildung/Karriere, Politik/Recht

Weiterbildung: BA fördert oft am Ziel vorbei

Geld für Qualifikationsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit erreicht Bedürftige kaum


Qualifikation: Förderungen laufen oft ins Leere (Foto: Free-Photos, pixabay.com)
Qualifikation: Förderungen laufen oft ins Leere (Foto: Free-Photos, pixabay.com)

Köln (pte015/19.07.2019/11:30) - Die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA) http://arbeitsagentur.de gibt zwar seit Jahren immer mehr Geld für Weiterbildungen aus, doch die Hilfe oft nicht bei denen an, die sie am nötigsten hätten. Zu diesem nüchternen Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) http://iwkoeln.de .

1,8 Mrd. Euro in 2018

Die Bundesagentur für Arbeit hat 2018 Weiterbildungen mit knapp 1,8 Mrd. Euro gefördert. Das ist etwa doppelt so viel wie zwölf Jahre zuvor, als die Hartz-IV-Reformen umgesetzt wurden. Vor allem Arbeitslose, die ihre Förderung nach dem Sozialgesetzbuch III bekommen, profitieren von den hohen Ausgaben. Im Schnitt förderte die Bundesagentur jeden Arbeitslosen mit 1.605 Euro - etwa fünf Mal mehr als noch im Jahr 2006.

Besonders Weiterbildungen, nach denen die Teilnehmer einen Berufsabschluss haben, treiben die Fördermittel in die Höhe. Mittlerweile nehmen von je 1.000 Arbeitslosen durchschnittlich 18 dieses Angebot wahr. Vor zwölf Jahren waren es lediglich vier. Die Gruppe, die Förderung am dringendsten nötig hat, wird allerdings vernachlässigt, heißt es vonseiten der IW-Wissenschaftler.

Ausgaben stagnieren

Ein Blick auf die Ausgaben für Hartz-IV-Empfänger macht deutlich: Von den 1,8 Mrd. Euro kommt bei ihnen nur wenig an. Seit 2012 stagnieren die Ausgaben für berufliche Weiterbildung, in den vergangenen zwei Jahren gingen sie sogar leicht zurück. Die Jobcenter unterstützen jeden Arbeitslosen, der ALG II erhält, im Schnitt mit nur 331 Euro - nur sieben von 1.000 Arbeitslosen nehmen an Weiterbildungen teil.

Gerade Langzeitarbeitslose würden von einer besseren Qualifizierung aber profitieren, heißt es. Häufig haben sie keinen Berufsabschluss und dadurch wenig Chancen auf einen neuen Berufseinstieg. "Es stellt sich die Frage, ob dieser Bereich strukturell unterfinanziert ist", sagt IW-Studienautorin Susanne Seyda.

PDF-Download der Studie "IW-Kurzbericht 42/2019: Öffentliche Weiterbildungsförderung stark gestiegen": http://bit.ly/2O0qx2q

(Ende)
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